Artenschutz am Mauerstreifen

Grünes Band für Joschka Fischer

Anlässlich eines Besuches von Joschka Fischer am Kunstdenkmal des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) überreichte ihm der BUND heute die Einladung für einen Lauf am "Grünen Band". Damit will der Umweltverband bei Fischer um Unterstützung für den Schutz dieses wertvollen Biotopverbundes werben. Der BUND hat kürzlich eine Bestandsaufnahme der schützenswerten Lebensräume entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vorgestellt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass 41 Jahre nach dem Mauerbau auf dem früheren Grenzstreifen ungewollt außergewöhnlich viele wertvolle Naturschätze vorhanden sind.

Fischer solle dem BUND dabei behilflich sein, dieses Gebiet des "Grünen Bandes" zu schützen Ferner bietetdie Organisation eine "Grüne Aktie" an, mit deren Erlösen Teilstücke des "Grünen Bandes" aufgekauft werden. Auf diese Weise wurden bereits mehr als 120 Hektar für den Biotopschutz gesichert. Um den aktuellen Zustand der Biotope auf dem ehemaligen Grenzstreifen zu ermitteln und Schutzkonzepte zu erarbeiten, hat der BUND eine Bestandsaufnahme der seltenen Tier- und Pflanzenarten im "Grünen Band" durchgeführt. Dabei wurden über 80 verschiedene Biotoptypen erfasst. Knapp die Hälfte der Fläche des Grünen Bandes besteht aus Biotopen, die von der Roten Liste als gefährdet eingestuft werden. In einigen ausgewählten Gebieten wurden auch Tier- und Pflanzenarten aufgenommen. Dabei wurden bereits 1044 Arten nachgewiesen, die in Deutschland gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Durch die Vielfalt der Biotope bietet das Grüne Band Rückzugsräume für seltene Tiere wie Laubfrosch, Braunkehlchen, Raubwürger und Wachtelkönig. Das Gebiet ist vor allem durch Flächenverkäufe, landwirtschaftliche Eingriffe und Straßenbauprojekte bedroht.

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