Wahlen

NABU sieht wirksamen Klimaschutz als Pflicht für alle Parteien

Der Naturschutzbund NABU hat angesichts der anhaltenden Flutkatastrophe Politiker aller Parteien aufgefordert, wirksamen Klimaschutz als Pflichtaufgabe mit höchster Priorität zu begreifen. Bei aller Tragik der Ereignisse berge die Katastrophe auch die Chance, ein Umdenken einzuleiten und dem Klimaschutz endlich die existenzielle Bedeutung beizumessen, die ihm zukomme, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen.

Für einen effizienten Klimaschutz sei nach Ansicht des NABU vor allem ein Richtungswechsel beim Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie notwendig. Wirtschaftliches Handeln müsse an ökologischen Zielen ausgerichtet werden und nicht umgekehrt, sagte Billen. Spätestens die aktuelle Flutschäden führten die Frage nach den Kosten des Klimaschutzes ad absurdum. Entscheidend sei die Frage nach den Kosten des klimapolitischen "Nichtstuns", so der NABU-Bundesgeschäftsführer. So seien in den Bereichen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung der Erneuerbaren Energien noch viel größere Kraftakte als bisher erforderlich. Auch die Ökologisierung unseres Verkehrssystems stecke noch in den Kinderschuhen.

Billen kritisierte insbesondere die Oppositionsparteien, deren Politik sich bisher vor allem durch Ausbremsung von Klimaschutzmaßnahmen ausgezeichnet habe. Ein Beleg dafür seien die dauernden Attacken gegen die Ökosteuer und gegen die Förderung der Erneuerbaren Energien. Wenn die CDU jetzt als einzigen Lösungsvorschlag die Atomkraft anführt, versuche sie, den Teufel mit dem "Beelzebub" auszutreiben, sagte Billen. Dokumentiert werde dies schließlich auch durch die Tatsache, dass Kanzlerkandidat Stoiber keinen Umweltexperten in sein Kompetenzteam berufen habe.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!