14. September in Köln
Attac ruft auf zum Aktionstag "Schuldenerlass jetzt"
Am 20. August 1992 verkündete Mexiko als erstes Land überhaupt, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können. Als entscheidende Falle erwies sich die Höhe der Zinszahlungen auf die Auslandsverschuldung. Geliehenes Wirtschaftswachstum war für viele Länder des Südens bei horrend steigenden Zinsen nicht mehr finanzierbar und wurde zur Schuldenfalle.
Viele Länder mussten seit jenem ersten Schuldenmoratorium ihre Zahlungsunfähigkeit deklarieren, bis hin zu Brasilien in der jüngsten Zeit. Brasilien ist heute mit 274 Mrd. US-Dollar nach den USA der größte Schuldner der Welt. Die Ursache der brasilianischen Krise liege laut Attac nicht im öffentlichen Haushalt. Selbst der IWF beteuert, dass die brasilianische Regierung eine ausgezeichnete Stabilitätspolitik betreibt.
Dabei bleibe unerwähnt, dass das Wesen der Krise im untragbaren Schuldendienst liegt, der weit mehr als 2/3 der Exporteinnahmen frisst und schon lange die Investitionsrate übertrifft. Die brasilianische Schuldenkrise sei damit nicht nur eine Liquiditätskrise, sondern auch eine Insolvenzkrise. Sie würge die Entwicklung des Landes ab auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung mit niedrigen Einkommen.
Pedro Morazan, Mitglied des Attac Koordinierungskreises, führt zu den jüngsten Ereignissen aus: "Der ,überraschende' Milliardenkredit ist alles andere als eine Hilfe für Brasilien. Es ist der Rettungsanker für die Devisen- und Finanzspekulanten. Bei der untragbaren Verschuldung und den derzeitigen Rezessionsaussichten in den Industrieländern ist die nächste Krise vorprogrammiert. Die Auslandsschulden sollten im Rahmen eines fairen und transparenten Schiedsverfahrens auf ein tragfähiges Niveau reduziert werden, um die Grundlagen für eine sozial gerechte und ökologische Entwicklung zu schaffen."
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Am 21. Aug. 2002 unter:
arbeitStichworte:
« Chemiewaffenvernichtungsanlage in Russland eröffnet
BUND fordert: Flusspolitik zur Chefsache machen »
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