Hochwasser-Vorbeugung
BUND fordert: Flusspolitik zur Chefsache machen
Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Kandidat Stoiber hat den Schutz der Donau und Kandidat Schröder den der Elbe in der Hand. Der bayerische Ministerpräsident muss seine Donau-Staustufenpläne zwischen Vilshofen und Straubing aufgeben, Kanzler Schröder muss den Elbeausbau stoppen. Vorbeugender Hochwasserschutz heißt, den Flüssen endlich mehr Raum zu geben. Die für den Flussausbau an Elbe und Donau verplanten rund eine Milliarde Euro müssen für Deichverlegungen und Überschwemmungsflächen eingesetzt werden."
Der traditionelle Hochwasserschutz mit Deichbauten und Deicherhöhungen habe nach BUND-Auffassung bei der aktuellen Flut seine Grenzen deutlich gemacht. Da inzwischen über 80 Prozent der hochwasserdämpfenden Flussauen zerstört worden seien, drohten bei klimatisch bedingten Wetterextremen weitere Überschwemmungskatastrophen. Nötig seien jetzt länderübergreifende Sofortprogramme für einen ökologischen Hochwasserschutz und die Wiederherstellung natürlicher Flutungsräume und Feuchtbiotope.
BUND-Hochwasserexperte Sebastian Schönauer: "Die Flüsse wurden begradigt, kanalisiert und in ein immer engeres Bett gezwängt. Notwendige Pufferzonen für die regelmäßig wiederkehrenden Hochwasser wurden dramatisch verkleinert. Am Rhein zum Beispiel auf ein Zehntel. Expandierende Gewerbegebiete und Industrieflächen, Wohnsiedlungen und Straßen haben die Einzugsgebiete der Gewässer versiegelt. Jetzt wird schmerzhaft deutlich, dass der Ausbau der Flüsse zu Kanälen ihre natürlichen Überschwemmungszyklen blockiert."
Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeexperte: "Wenn das Hochwasser vorbei ist, will die Kanallobby weitermachen wie bisher: Es soll ausgebaggert, vertieft, begradigt und kanalisiert werden. Mit fadenscheinigen Argumenten werden Ausbaumaßnahmen an Elbe, Saale, Havel, Oder, Ems und Donau geplant. Angeblich seien nur größere Binnenschiffe konkurrenzfähig zu Straße und Bahn. Die Kanalisierung der Flüsse ist aber weder transporttechnisch noch wirtschaftlich vertretbar, ökologisch ist sie sowieso ein Desaster."
Außerdem fordert der BUND das Bauen in hochwassergefährdeten Bereichen generell zu verbieten und Ausgleichsflächen für bereits bebaute Flächen zu schaffen. Dringenden Handlungsbedarf sieht der BUND auch in der Landwirtschaft. Eine immer stärkere Verdichtung der Böden bewirke eine deutliche Verschlechterung der Aufnahmefähigkeit für Niederschläge. Dem könne aber durch veränderte Fruchtfolgen und den Böden angepasste landwirtschaftliche Geräte begegnet werden.
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Am 21. Aug. 2002 unter:
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