Abrüstung

Chemiewaffenvernichtungsanlage in Russland eröffnet

In Gorny (Wolgaregion) wurde am Mittwoch die erste Chemiewaffenvernichtungsanlage in Russland eröffnet. Deutschland hat den Bau der Anlage mit 40 Millionen Euro unterstützt, zusätzlich wurden von der Europäischen Union 6 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik werden in Gorny erstmals auf russischem Boden chemische Massenvernichtungswaffen systematisch zerstört werden. Die Russische Föderation als der größte Chemiewaffenbesitzer der Welt unterstreicht damit die Absicht, den Verpflichtungen aus dem Chemiewaffenübereinkommen nachzukommen und ihren gesamten Bestand an Chemiewaffen zu vernichten.

Für die Anlage in Gorny stellten deutsche Unternehmen nach russischen Vorgaben Ingenieurleistungen und Lieferungen hochwertiger und erprobter technologischer Komponenten bereit, darunter eine komplette Reststoffverbrennungsanlage sowie einen Fass- und Zisternenentleerungskomplex und Laborausrüstungen.

Russland ist mit 40.000 t gemeldeten Kampfstoffen in sieben Lagerstätten größter Chemiewaffenbesitzer der Welt. Es hat das Chemiewaffenübereinkommen, das die Vernichtung aller Kampfstoffe vorsieht, am 05.11.1997 ratifiziert. Nach dem revidierten russischen Vernichtungsplan sollen diese Kampfstoffe bis spätesten 2012 vollständig beseitigt sein.

In Gorny lagern 1.200 Tonnen Lewisit, Lost (auch bekannt als Yperit oder Senfgas) und Lewisit/Lost-Gemische in Fässern und Zisternen. Das entspricht knapp 3% aller russischen Kampfstoffe. Die Vernichtung aller Kampfstoffe in Gorny soll 2005 abgeschlossen sein.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!