UNICEF:
HIV-Infektionen bei Jugendlichen in Russland verdoppelt
Besonders gefährdet seien mehr als eine Million Kinder und Jugendliche, die in Osteuropa und der früheren Sowjetunion ohne ein Zuhause aufwachsen. Diese Region laufe Gefahr, die Fehler und Versäumnisse zu wiederholen, die AIDS in Afrika zur todbringenden Seuche für Millionen gemacht habe, sagte der Geschäftsführer von UNICEF-Deutschland Dietrich Garlichs. Befragungen von UNICEF haben ergeben, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Osteuropa wenig oder gar nicht über AIDS informiert ist. In Russland zum Beispiel liegt der Anteil der Jugendlichen, die nach eigenen Angaben wenig oder gar nichts über AIDS wissen, sogar bei mehr als 80 Prozent. Man vermutet, dass trotz des flächendeckenden Bildungssystems die Aids-Aufklärung sträflich vernachlässigt werde.
Für eine HIV-Infektion sind insbesonders junge Drogensüchtige gefährdet. Der Missbrauch harter Drogen, noch Anfang der neunziger Jahre fast unbekannt, habe innerhalb weniger Jahre epidemische Ausmaße angenommen, so McCreery. Mittlerweile sei fast ein Prozent der osteuropäischen Bevölkerung von harten Drogen wie Heroin abhängig. Vor allem unter abhängigen Teenagern explodiert die Aids-Seuche. Die Sucht wird häufig durch Prostitution finanziert und so das Virus an die Kunden weitergegeben. An diesem Punkt springt die Immunschwäche-Krankheit von der Subkultur der Drogensüchtigen auf die normale Bevölkerung über.
Immer häufiger kommen zudem Kinder drogenabhängiger Mütter HIV-infiziert zur Welt. Allein in Russland wurden bis Juni 2002 bereits 3.000 Säuglinge offiziell registriert, die mit dem HI-Virus geboren wurden. Das russische Gesundheitsministerium rechnet damit, dass sich diese Zahl bis zum Ende 2002 verdoppelt haben wird. Jedes fünfte dieser Babys wird gleich nach der Geburt von der Mutter verlassen und in staatliche Krankenhäuser abgeschoben. Normale Waisenhäuser nehmen HIV-Infizierte Kinder nicht auf.
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Am 22. Aug. 2002 unter:
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