10 Jahre nach Rio de Janeiro

Weltgipfel berät über Nachhaltigkeit

Strategien einer umweltschonenderen und gerechteren Politik stehen ab Montag im Zentrum des Weltgipfels für Nachhaltigkeit im südafrikanischen Johannesburg. Zu dem Mammut-Kongress werden Staats- und Regierungschefs aus rund 100 Staaten und etwa 50.000 Teilnehmer erwartet. Ziel des Gipfels ist es, zehn Jahre nach der Weltumweltkonferenz von Rio de Janeiro einen international verbindlichen Fahrplan für mehr Umwelt- und Klimaschutz sowie die Bekämpfung von Armut und Hunger festzulegen.

Uneins sind sich die Länder unter anderem darin, in welchem Umfang alternative Energien eingesetzt und wie der Zugang von Entwicklungsländern zu den Märkten der Industrieländer geregelt wird. Die Europäische Union setzt auf erneuerbare Energie wie Wind- und Solarstrom. Ärmere Länder verlangen von den reichen Staaten einen Abbau von Subventionen etwa für Agrarprodukte, um ihre Waren gleichberechtigt vertreiben zu können.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird am 2. September nach Johannesburg reisen. Die deutsche Delegation steht ansonsten unter Leitung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).

US-Präsident George W. Bush sagte seine Teilnahme an dem Gipfel ab. Sein Außenminister Collin Powell will jedoch Angebote zu Kooperation mit einzelnen Staaten und Gruppen vorlegen.

Vor dem Gipfel waren bereits Nicht-Regierungs-Organisationen aus aller Welt zu einem Treffen in Johannesburg zusammen gekommen, um ihre Positionen zu Themen wie Frauenpolitik, Globalisierung und Umwelt abzustecken. Der eigentliche Gipfel beginnt am Montag und dauert bis 4. September.

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