Energiepolitik und Klimaschutz

Atomkraft schützt das Klima nicht

Prof. Dr. Klaus Buchner, stellvertretender Bundesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp), ist der Auffassung, dass Atomkraftwerke nicht klimafreundlich sind. Gleichzeitig erteilt der Atomphysiker Buchner der Stoiber-Forderung nach mehr Atomkraftwerken zum Schutze des Klimas eine deutliche Absage. Es wurde bereits mehrfach behauptet, es müsse die Atomenergie ausgebaut werden, um Klimaveränderungen mit ihren drastischen Folgen wie der Hochwasserkatastrophe zu verhindern.

Atomkraftwerke erzeugen Krypton 85, was bei später bei der Wiederaufarbeitung bzw. bei der Vorbereitung ("Konditionierung") der Endlagerung in die Atmosphäre gelangt. Dort trägt es dazu bei, dass sehr heftige Gewitter und Stürme entstehen. Außerdem stört es die Ozonbildung in oberen Luftschicht. Buchner: "Krypton 85 ist eines schädlichsten Klimagifte. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf!"

Kohlendioxyd entsteht zwar nicht beim Betrieb von AKWs, jedoch beim Uranabbau, bei der Anreicherung von Uran und bei der Wiederaufarbeitung bzw. Endlagerung, so Buchner weiter. "Alle diese Prozesse benötigen viel Energie und liegen bei 27 bis 55 g CO2 je kWh. Sie ist also etwa genauso groß wie bei modernen gasbetriebenen GuD-Blockheizkraftwerken.

Rechnet man dagegen wie viel Klimagifte man mit jedem investierten Euro einsparen kann, ergaben sich völlig andere Verhältnisse. "Atomkraftwerke sind sehr teuer - mit Hilfsanlagen etwa 3,5 Milliarden Euro. Anderen Maßnahmen, die CO2 einsparen, sind viel billiger. So lässt sich beispielsweise mit einer gut geplanten Biogasanlage pro investierten Euro rund doppelt so viel CO2 einsparen, als durch den Neubau eines Atomkraftwerks", resümiert Buchner.

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