Fünf Monate nach Friedensschluss
Tausende in Angola kämpfen ums Überleben
"Die Menschen hungern und frieren. Sie sind krank, haben weder Kleidung noch Decken und auch keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die meisten Vertriebenen haben auch kein Saatgut erhalten, um ihre Felder zu bestellen", sagte Thierry Allafort-Duverger von Ärzte ohne Grenzen. Seit 1997 habe zudem in den ehemals unzugänglichen Gebieten keine Impfkampagne mehr stattgefunden. "Wenn jetzt Masern ausbrächen, wäre das eine Katastrophe", so Allafort-Duverger. Ärzte ohne Grenzen hat nach eigenen Angaben bereits etwa 50.000 Kinder geimpft und weitet die Impfprogramme aus.
Im Ernährungszentrum von Bailundo, das drei Stunden von der Provinzhauptstadt Huambo entfernt liegt, betreuen die Mitarbeiter der Organisation zum Beispiel mehr als 700 schwer unterernährte Kinder. "In allen Städten und Dörfern, die wir in der Region von Bailundo aufgesucht haben, hatten mindestens sieben Prozent der Kinder nur 70 Prozent des Normalgewichts und gelten damit als schwer unterernährt", erklärte Thierry Allafort-Duverger. "Hier geht es um das pure Überleben."
Auch wenn die Zahl der schwer unterernährten Kinder in anderen Regionen teilweise zurückgeht, sind die Menschen noch immer dringend auf medizinische Hilfe angewiesen. Minen, zerstörte Brücken und kriminelle Banden erschweren Hilfsorganisationen den Zugang zu den Menschen in entlegenen Gebieten, die dort ums Überleben kämpfen.
Seit 1983 ist Ärzte ohne Grenzen in Angola tätig. Zurzeit arbeiten 172 internationale sowie 2.200 angolanische Mitarbeiter in elf der 18 Provinzen und versorgen etwa 20.000 Menschen in rund 35 Ernährungszentren.
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Am 05. Aug. 2002 unter:
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