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Ver.di kritisiert "konservatives Frauenbild" in Hartz-Plänen

Nur Putzjob, weil Mann gut verdient?

In der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di regt sich deutlicher Widerstand gegen die Pläne der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes. Ver.di-Vize Margret Mönig-Raane warf dem Gremium am Mittwoch in Berlin ein "konservatives Frauen- und Familienbild" vor. Dieses falle "weit hinter die gesellschaftliche Realität und den gesetzlichen Gleichberechtigungsgrundsatz" zurück. Wenn etwa der "Haushaltsvorstand" beim Arbeitsamt bevorzugt behandelt werden solle, liege ein "Ernährermodell aus den fünfziger Jahren" zugrunde.

Laut Mönig-Raane lehnt es ihre Gewerkschaft zudem ab, dass bei der Vermittlung die finanzielle Lage der Familie eine Rolle spielen solle und einer Frau so ein Billigjob zugemutet werde, "nur weil ihr Mann schon genug verdient". Die Gewerkschafterin stellte auch in Bezug auf die Niedriglohnmodelle zum Abbau der Schwarzarbeit eine "erhebliche Kurzsichtigkeit" fest. "Die vorgeschlagenen Lösungen wie Mini-Jobs und Ich-AG werden massive Auswirkungen auf öffentliche und private Dienstleistungen haben", kritisierte sie.

Die leeren öffentlichen Kassen führten schon heute zum Verdrängungswettbewerb zu Lasten regulärer und sozial abgesicherter Arbeit. Vor allem bei den personenbezogenen Diensten wie der Pflege werde sich dieser "Drehtüreffekt" nur beschleunigen. Die Folge werde ein Qualitätsabbau sein, prophezeite Mönig-Raane.

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