Pro Wildlife sieht Hoffnungsschimmer für Asiens Schildkröten
Artenschutzkonferenz soll 21 bedrohte Schildkrötenarten unter Schutz stellen
In den vergangenen 15 Jahren spielte sich in Asien das ab, was die Münchener Artenschützer als "eines der größten Artenschutzdramen der Gegenwart" bezeichnet: Schätzungsweise 20 Millionen Tiere würden allein in China jährlich regelrecht verschlungen. Das Fleisch der langlebigen Tiere gilt in der traditionellen asiatischen Medizin als gesundheitsstärkend. Ihr aufragender Kopf sei wohl Grund für die Verwendung von Schildkrötenprodukten auch als Potenzmittel. Nahezu alle verzehrten Schildkröten stammen nach Angaben von Pro Wildlife aus der freien Wildbahn.
Die Bestände in China und seinen Nachbarländern seien längst zusammengebrochen - Nachschub komme aus immer ferneren Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und sogar den USA. Und es drohe die Gefahr, dass sich dieser tödliche Sog sogar auf weitere Kontinente ausdehne.
Auf der Artenschutzkonferenz im April 2000 konnte Pro Wildlife bereits erste Erfolge im Kampf um das Überleben der urtümlichen Panzertiere erlangen. Mit umfangreichen Dokumentationen zeigte die Münchner Artenschutzorganisation die dramatische Entwicklung der Bestände asiatischer Schildkröten sowie den Umfang des Handels in Südostasien auf. "Bei der letzten Konferenz konnten wir zunächst den Schutz von neun Arten asiatischer Scharnierschildkröten durchsetzen", berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin. Seitdem bereiten die Artenschützer gemeinsam mit Behörden in verschiedenen Ländern weitere Maßnahmen vor.
Auf der kommenden WA-Konferenz, die vom 3. bis 15. November in Santiago (Chile) stattfindet, liegen nun Anträge von China, Indien, Deutschland und den USA vor, insgesamt 21 Arten asiatischer Sumpfschildkröten unter Schutz stellen zu lassen. Hierzu gehören z.B. Dachschildkröten, Erd- und Tempelschildkröten, die Borneo-Flussschildkröte, Chitra- und Riesenweichschildkröten. Der Lebensraum dieser Arten erstreckt sich vom Indischen Subkontinent über Thailand, Malaysia, die Philippinen bis hin nach China.
Besonders begrüßt Pro Wildlife den Bewusstseinswandel der chinesischen Regierung. China ist der größte Absatzmarkt für Schildkrötenprodukte. "China hat sich in den letzten Jahren, ausgelöst durch die Diskussion innerhalb des WA, zu einem aktiven Mitstreiter beim Schutz der Panzertiere entwickelt. So wurden Importverbote erlassen, die Ausbildung der Zöllner verbessert und die Erarbeitung eigener Schutzanträge vorangetrieben. Dies sind wichtige Voraussetzungen, dass die Schildkröten in Asien doch noch eine Chance haben ", betont Altherr. Pro Wildlife appelliert an die WA-Staaten, auf der Konferenz allen Schutzanträgen für asiatische Schildkröten zuzustimmen.
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Am 17. Sep. 2002 unter:
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"Künftige Regierung muss Umweltthemen ins Zentrum der Politik stellen" »

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