Studie: Bayern unternehmerfreundlichstes Bundesland

Süden mit besten Standortqualitäten

Bayern ist nach einer Analyse der Standortqualitäten das unternehmerfreundlichste Bundesland. Sachsen-Anhalt landet unter den 16 Bundesländern auf dem letzten Platz. Das erbrachte eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Untersuchung der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young und des Wirtschaftsmagazins "Impulse". Befragt wurden 586 repräsentativ ausgewählte Firmenchefs kleiner und mittlerer Unternehmen. Sie äußerten sich in den vier Kategorien Infrastruktur (19 Kennziffern), Produktionsbedingungen (9 Kennziffern), Weiche Faktoren (12 Kennziffern) und Verwaltung (6 Kennziffern). Die Platzierung ergab sich somit aus insgesamt 46 einzelnen Kriterien.

Neben Bayern, das mit 40.980 Punkten in der Gesamtwertung an der Spitze steht, platzierten sich mit Baden-Württemberg (40.671) und Rheinland-Pfalz (37.768) zwei weitere südliche Bundesländer vorn. Auf den Rängen folgen Hamburg (37.577), das Saarland (37.374), Hessen (37.352) und Nordrhein-Westfalen (37.010). Bremen (36.407) und Schleswig-Holstein (35.236) bilden mit Rang acht und neun das Mittelfeld. Enttäuschend fiel das Abschneiden der östlichen Bundesländer aus. Bis auf den zehnten Platz von Thüringen (35.201), das sich knapp vor Niedersachsen (35.171) einrangierte, liegen alle neuen Bundesländer einschließlich Berlin auf den hinteren Rängen. Auf Platz 12 gelangte Sachsen (35.013), gefolgt von Berlin (34.292), Mecklenburg-Vorpommern (33.791), Brandenburg (33.469) und Sachsen-Anhalt (33.194).

Die Befragung machte den hohen Stellenwert des Kriteriums Infrastruktur aus der Sicht der Unternehmer deutlich. Die Führungspositionen Bayerns und Baden-Württembergs gründen sich vor allem an der guten Qualität der Verkehrssysteme, dem Stand im Bildungswesen und der wissenschaftlichen Forschung. Mecklenburg-Vorpommern hält hier die rote Laterne.

Bei der zweitwichtigsten Kategorie Produktionsbedingungen, die vor allem Kosten und Verfügbarkeit von Arbeitskräften sowie Büro- und Gewerbeflächen umfassen, liegt dagegen Mecklenburg-Vorpommern noch vor Baden-Württemberg an erster Stelle. Auf den dritten Rang kam hier Thüringen. Am schlechtesten schnitt Berlin ab.

Bei den so genannten Weichen Faktoren wie Lebensqualität und Sicherheit bilden Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg das Spitzentrio. Am Ende des Rankings liegt Sachsen-Anhalt, knapp hinter den drei Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin.

Nach Ansicht der befragten Unternehmer ist das Standortkriterium Verwaltung, gemessen an den kommunalen Steuersätzen und der Schnelligkeit bürokratischer Abläufe, um unwichtigsten. In dieser Wertung ist Berlin Spitze, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Am schlechtesten platzierten sich hier die Stadtstaaten Hamburg und Bremen.

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