Bundestagswahl
Knapper Sieg für Rot-Grün - 21 Prozent Nichtwähler
In der Prozentauswertung liegen laut vorläufigem amtlichen Endergebnis des Bundeswahlleiters SPD und CDU/CSU mit je 38,5 Prozent gleichauf, durch drei Überhangmandate wird die SPD aber wieder stärkste Fraktion im Bundestag. Sie kann damit den Bundestagspräsidenten stellen.
Die Grünen erreichten überraschend 8,6 Prozent. Der grüne Kriegsgegner Christian Ströbele holte in Berlin das erste Bundestagsdirektmandat seiner Partei. Für Ströbele war ein Direktmandat die einzige Chance, wieder in den Bundestag einzuziehen. Die Grünen hatten ihn auf den aussichtslosen vierten Platz der Landesliste gesetzt.
Die FDP verfehlte mit 7,4 Prozent deutlich ihr Wahlziel von 18 Prozent. FDP-Chef Guido Westerwelle machte für das schwache Abschneiden der Liberalen die Debatte um Parteivize Jürgen Möllemann verantwortlich. Das FDP-Präsidium forderte Möllemann auf, seinen Hut zu nehmen.
Rot-Grün und Schwarz-Gelb hatten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die SPD verlor im Vergleich zur letzten Bundestagswahl (1998: 40,9 Prozent) Stimmen, die Union legte zu (1998: 35,1 Prozent). Mitentscheidend für den Sieg von Rot-Grün waren die Überhangmandate. Sie entstehen, wenn eine Partei mehr Direktmandate erringt, als ihr gemäß dem Zweitstimmenanteil zustehen. Die SPD konnte Überhangmandate in Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen erzielen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) kündigten noch in der Nacht Koalitionsverhandlungen an. Mit Verteidigungsminister Rudolf Scharping, Familienministerin Christine Bergmann, Justizministerin Herta Däubler-Gmelin und Arbeitsminister Walter Riester haben vier Mitglieder der Bundesregierung ihr Direktmandat verloren. Bergmann unterlag der PDS-Kandidatin Petra Pau.
Die Wahlbeteiligung war niedriger als vor vier Jahren. 79,1 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Vor vier Jahren waren es 82,2 Prozent. Zur Wahl aufgerufen waren rund 61,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger.
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Am 23. Sep. 2002 unter:
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« Seehundstaupe nimmt kein Ende
Däubler-Gmelin verlässt das Kabinett »

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