Call-by-Call-Verfahren nach dem Dezember?

Öffnung des Telefon-Ortsnetzes könnte sich verzögern

Die Verbraucher müssen auf die freie Betreiberauswahl im Telefon-Ortsnetz einem Zeitungsbericht zufolge deutlich länger warten als von der Bundesregierung geplant. In der Telekommunikationsbranche herrsche Skepsis, ob die Liberalisierung, durch die das Telefonieren im Ortsnetz billiger werden soll, tatsächlich bereits ab Dezember gelten solle, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). Der Bundestag hatte Mitte September ein Gesetz verabschiedet, mit dem das Ortsnetz wie zuvor bereits der Markt für Ferngespräche für Konkurrenten der Deutschen Telekom geöffnet und das so genannte Call-by-Call-Verfahren ermöglicht werden soll.

Ein Sprecher von Colt Telecom sagte der Zeitung, er halte es für ausgeschlossen, dass es ab 1. Dezember Call-by-Call im Ortsnetz gebe. Das Gesetz sei "ein einziger Wackelpudding", das aus wahltaktischen Gründen "noch schnell zusammengezimmert" worden sei. Die preislichen, regulatorischen und technischen Bedingungen seien nicht festgelegt worden. Er erwarte, dass sich die Öffnung des Ortsnetzes noch über Monate oder sogar Jahre hinauszögere, sagte der Sprecher.

Bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post werde derzeit fieberhaft an den neuen Richtlinien gearbeitet, schreibt das Blatt. Die Behörde räume aber ein, dass "der Zeitplan sehr eng" sei. Es könne sein, dass es bis Dezember noch nicht einmal Rahmenbedingungen gebe. Ebenfalls skeptisch habe sich der Verband der Stadtnetzbetreiber (Breko) zur jetzt beschlossenen kleinen Novelle des Telekommunikationsgesetzes geäußert.

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