Streit um Waz-Einstieg

Waz-Führung kritisiert den Widerstand der Springer-Chefs

Die WAZ-Gruppe hat das Management des Konkurrenten Springer im Streit über einen Einstieg der WAZ bei Springer scharf angegriffen. "Es ist sehr leichtfertig, wenn Vorstände es rundheraus ablehnen, eine Möglichkeit auszuloten, die die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens verbessern kann", sagte Lutz Glandt, einer von vier gleichberechtigten WAZ-Geschäftsführern, am Montag, der "Financial Times Deutschland" . Glandt warf dem Springer-Vorstand vor, damit gesetzeswidrig zu handeln, da es die freien Aktionäre missachte.

Damit äußert sich die WAZ-Führung erstmals zu dem Widerstand, den Springer-Chef Mathias Döpfner und seine Medien einem Minderheitseigner WAZ entgegensetzen. Die Absicht der WAZ, das 40-Prozent-Paket an Springer vom Medienunternehmer Leo Kirch zu kaufen hängt laut Unternehmenskreisen von der juristischen Prüfung ab, berichtet der Nachrichtendienst ddp.

Die WAZ-Gruppe hat Rechtsexperten mit Gutachten beauftragt, um die kartellrechtlichen Chancen zu bewerten. Zudem wird geprüft, inwiefern die Vinkulierung der Aktien umgangen werden kann. Diese gibt Springer ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Aktionäre.

Es werde an Modellen gearbeitet, publizistische und wirtschaftliche Verantwortung zu trennen, sagte Glandt zu Befürchtungen von Chefredakteuren der Springer-Zeitungen, der Konzern wolle Einfluss nehmen.

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