Runder Tisch zu Informationspflichten und Anlagekriterien
Mehr Transparenz bei "grüner Riester-Rente" erforderlich
Zwar bieten mittlerweile rund 8,6 Prozent der Unternehmen auch eine ökologische Variante für die förderfähige Altersvorsorge an, doch welche Anlagekriterien sie im einzelnen berücksichtigen und wie viel vom Vorsorgebeitrag wirklich in nachhaltige Geldanlagen fließt, erschließt sich nur selten. Daher fordert der vzbv eine jährliche Berichtspflicht für alle Anbieter und einheitliche Mindeststandards für die Informationspflichten. "Wer mit angeblich nachhaltigen Produkten wirbt, muss auch konkret vermitteln, was sich dahinter verbirgt", so Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen beim vzbv.
Gemeinsam diskutieren Verbraucherschützer, Anbieter und Vertreter der Bundesregierung heute bei einem runden Tisch über Pflichten und Kriterien. Um mehr Transparenz bei ökologischen Riester-Produkten zu schaffen, fordert der vzbv eine Pflicht der Anbieter, die Anlagekriterien offenzulegen. Als Mindeststandards für diese Informationspflichten nennen die Verbraucherschützer präzise Angaben zu den Anlagekriterien und dem Auswahlverfahren, mit dem Anbieter ökologisch orientierter Vorsorgeprodukte geeignete Anlagen für ihr Portofolio herausfiltern.
Zugleich fordert der vzbv aber auch im jährlichen Kontoauszug - ähnlich wie sie Investmentfonds ihrem jährlichen Geschäftsbericht beifügen - präzise Angaben und eine jährliche Vermögensaufstellung mit allen Einzelanlagen. "Wer wissen will, ob er eine lupenreine 'grüne Rente' erwirbt oder lediglich ein Produkt mit ein paar 'grünen Tupfern', muss auch erfahren, wie viel von seinem Monatsbeitrag in nachhaltige Anlagen fließt und wie sich das nach ökologischen Kriterien investierte Vorsorgekapital im Zeitablauf entwickelt", so Manfred Westphal.
Immer mehr Verbraucher schauen auf der Suche nach einer sicheren Rente nicht nur auf den Erlös, sondern wollen auch wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Dies haben auch die Anbieter erkannt: Laut Ergebnis der Fragebogenaktion sind rund zwei Drittel aller Anbieter von Riester-Produkten bereit, jährlich darüber zu informieren, "ob und wie sie bei der Anlage der von ihnen eingesammelten Gelder auch ethische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen". Jedoch konnten zugleich nur knapp die Hälfte der Anbieter ökologisch orientierter Riester-Produkte angeben, wie groß der Anteil ökologischer Anlagen bei ihrem Produkt ist.
Auch die Frage der Berichtspflicht scheint für viele Unternehmen noch ein Buch mit sieben Siegeln. So ist zum Beispiel bei weit mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen noch völlig ungeklärt, welche Informationen in welcher Form der Verbraucher erhalten soll. "Die Umfrage bestätigt erheblichen Handlungsbedarf", so Manfred Westphal. Schließlich könnten Verbraucher eine bewusste Entscheidung für eine auch sozial und ökologisch nachhaltige Altersvorsorge nur dann treffen, wenn sie die Anlagekriterien der einzelnen Anbieter bereits vor Vertragsabschluss vergleichen und diese Angaben dann später auch überprüfen könnten.
Ziel müsse letztendlich sein, eine wesentlich größere Breitenwirkung bei Anbietern und Anlegern zu erreichen. Der Fragebogen ist Teil einer groß angelegten Untersuchung des vzbv zur nachhaltigen privaten Altersvorsorge. Die Gesamtergebnisse der Studie werden im Herbst veröffentlicht.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 06. Sep. 2002 unter:
verbraucherschutzStichworte:
« Ermittlungen gegen 300 Firmen wegen illegaler Müllbeseitigung
Keine Beteiligung an Krieg auch bei UN-Mandat »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf
- DIE LINKE: Warum Sahra Wagenknecht die Richtige ist
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
- Birgit Corinna Lange: Über Liebestaumel, Amerika und New York
- Emanzipation der Frau: Kristina Schröder, Frauenqoute und Gleichberechtigung
- Fitness & Wellness durch Sport im Alter
- Coaching für Führungskräfte: Jürgen Klopp | Motivation und Erfolg
