Welttierschutztag 2002: Keine Wildtiere als Wegwerfware
PRO WILDLIFE prangert unkontrollierten Wildtierhandel in Deutschland an
Hunderttausende geschützte Vögel und Reptilien sowie Tausende Amphibien werden jedes Jahr allein nach Deutschland eingeführt. Hinzu kommen zahllose ungeschützte Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Millionen Zierfische. Ein erheblicher Teil dieser Tiere wird immer noch aus der Wildnis gefangen: So sind z.B. neun von 10 importierten Papageien sowie 95% aller Meerwasser-Zierfische Wildfänge. Insbesondere bei preiswerten Arten ist der Handel mit Wildfängen wesentlich lukrativer als die aufwändige Nachzucht. Die Folgen solcher Plünderungen für die Artenvielfalt sind kaum abschätzbar. Neben Zoofachgeschäften, Gartencentern und Warenhäusern werden Wildtiere auch auf sogenannten Börsen, per Internet und über Kleinanzeigen verkauft. Das Artenspektrum reicht dabei von Raubtieren über Kleinbären, Affen, Beuteltieren, Papageien, Prachtfinken, Chamäleons bis hin zu bedrohten Korallenfischen und seltenen Taranteln. Viele dieser Arten sind für eine Privathaltung gänzlich ungeeignet.
Ein Sachkundenachweis des Besitzers ist selbst für anspruchsvollste Arten nicht vorgeschrieben. Auch für die Haltung gefährlicher Arten gibt es nur in acht Bundesländern Regelungen. "Ein regelrechter Verschleiß solcher Wildtiere in Privathaltung ist die Folge dieses unkontrollierten Handels", so die Biologin Freyer. So wird der Besatz von 80 Millionen Zierfischen in Deutschland jährlich etwa viermal ausgetauscht - ein Jahres"verbrauch" von 320 Millionen Tieren!
Deutschland ist eines der wichtigsten Importländer für exotische Wildtiere und trägt somit besondere Verantwortung zum Schutz dieser Tiere. So werden auf der nächsten Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) strengere Schutzbestimmungen auch für Arten diskutiert, für die Deutschland Absatzmarkt ist. Hierzu gehören Papageien aus Südamerika und Afrika, diverse Reptilien aus Madagaskar, mehrere Schildkröten aus Südostasien sowie Seepferdchen.
Neben den Importen stehen auch Handel und Haltung von Wildtieren hierzulande in der Kritik. "Die Bundesregierung hat in der kommenden Legislaturperiode nicht nur die Chance, sondern auch die Verpflichtung, ihrer zentralen Verantwortung als einer der größten "Verbraucher" von Wildtieren gerecht zu werden und den Handel mit Wildtieren endlich einzuschränken", so die ProWildlife Sprecherin abschließend.
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Am 01. Okt. 2002 unter:
politikStichworte:
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