Obwohl Sicherheitsmängel offenkundig seien

Gespräche zur Sicherheit des AKW Obrigheim geplatzt

Die Atomaufsicht des Landes Baden-Württemberg hat ein für Montag in Bonn anberaumtes Gespräch über die Sicherheit des ältesten deutschen Atomkraftwerks Obrigheim platzen lassen. Die Landesbehörde sehe "keinen Aufklärungsbedarf", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin. Im Hause von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) gilt die Absage als Affront. Dies werfe "kein gutes Licht" auf die Landesaufsicht, sagte der Sprecher und fügte hinzu, Trittin bestehe weiter darauf, dass alles getan werden müsse, was zur Klärung etwaiger Sicherheitsmängel beitrage.

Parallel verhandelt Rot-Grün über die Abschaltung des Atommeilers. Im Atomkonsens ist angestrebt, den Reaktor Obrigheim Ende des Jahres vom Netz zu nehmen. Die Betreiberin Energie Baden-Württemberg beruft sich nun auf eine interne Zusage von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der einen längeren Betrieb zugesichert haben soll. Die Grünen lehnen eine Verlängerung ab.

Zwischen den Verhandlungen über einen Betrieb der Anlage über 2003 hinaus und den Sicherheitsmängeln bestehe jedoch kein Zusammenhang, betonte der Sprecher. Beides seien getrennte Vorgänge.

Das Atomkraftwerk Obrigheim ging 1969 erstmals ans Netz. Gegen den Betrieb zogen schon mehrmals Anwohner vor Gericht. Im vergangenen Jahr wurden Sicherheitsmängel in der Anlage offenbar. Ein Gutachten ergab dem Bundesumweltministerium zufolge, dass der Meiler mindestens zehn Jahre lang nicht den genehmigten Sicherheitsspezifikationen entsprach.

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