Ältestes deutsches AKW darf zwei Jahre länger arbeiten

Greenpeace und Nabu verurteilen Verlängerung für das AKW Obrigheim

SPD und Grüne haben am Montag bei ihren Koalitionsgesprächen vereinbart, die Laufzeit für das Atomkratfwerk Obrigheim um zwei Jahre zu verlängern. Die Entscheidung kommentiert Susanne Ochse, Energie-Expertin von Greenpeace-Aktivisten: "Greenpeace verurteilt diese Entscheidung scharf. Beim Schutz der Bevölkerung vor Atomgefahren darf es keine Kompromisse geben. Zwar kann der Uralt-Meiler in Obrigheim noch vor der nächsten Wahl abgeschaltet werden, doch der Kompromiss zeigt, dass Rot-Grün in Fragen der Sicherheit von Atomkraftwerken mit sich schachern lässt. Rot-Grün trifft in Fragen der Atompolitik keine verantwortungsvollen Entscheidungen.“

Seit vier Jahren werde der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut. Atomtransporte und schädliche Wiederaufarbeitung gingen ungehindert weiter. Die Laufzeit des ersten Atomkraftwerks, das vom Netz gehen sollte, wurde verlängert. Greenpeace fordert, den Atomausstieg neu zu verhandeln. Aus der Mogelpackung müsse endlich zuverlässige Politik werden.

Auch der Naturschutzbund NABU hat die Entscheidung der rot-grünen Koalition, einer Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerkes Obrigheim um zwei Jahre zuzustimmen, scharf kritisiert. "Mit diesem faulen Kompromiss zum Obrigheimer Schrottreaktor weicht die Bundesregierung den Atomkonsens schon beim ersten Ausstiegsschritt auf", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth.

Nach Ansicht des NABU hätte der Bundeskanzler angesichts neuer Sicherheitsgutachten mehr als genug Gründe gehabt, von seiner angeblichen Zusage an EnBW-Chef Goll abzurücken. "Obrigheim ist nicht nur das unsicherste aller deutschen Atomkraftwerke, sondern hat auch den schlampigsten Betreiber", so Flasbarth. Die Bundesregierung liefere mit dieser Entscheidung nicht nur ein falsches energiepolitisches Signal, sondern riskiere unnötigerweise die Konfrontation mit der Umweltbewegung.

Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzenden der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, sagte dagegen zur Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Obrigheim: „Die Entscheidung der Bundesregierung stellt uns zwar nicht zufrieden, aber wir werden sie sorgfältig prüfen und nicht von vorn herein verwerfen. Denn wir sehen auch die Schwierigkeiten, vor die sich die neue Bundesregierung gestellt sieht."

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