Hoher Preis für die Umwelt durch Billig-Flieger
Experten fürchten extremes Wachstum des Flugverkehrs
Jährlich wächst der Luftverkehr um fünf Prozent, und bis 2030, schätzt IPR, wird sich die Zahl der "fliegenden Briten" verdoppeln. An der vordersten Front der steilen Wachstumskurven stehen die Billig-Flieger, die allein in diesem Jahr traumhafte Umsätze eingeflogen haben: EasyJet hat im Juni 2002 um über 50 Prozent mehr Passagiere befördert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ryan-Air hat um 34 Prozent zugelegt und Go um 74 Prozent. Die einfache Lektion der Billig-Flieger lautet auch nach dem 11. September: "Je billiger die Flüge, desto mehr Passagiere fliegen". Die Ergebnisse der Discount-Airlines haben renommierten Fluggesellschaften den Schweiß auf die Stirn getrieben und zu weiteren Umsatzeinbussen geführt. Umweltschützer fürchten aber genau diese Situation: Die Billig-Carrier, allen voran EasyJet, die in einem Discount-Deal 120 Airbusse im Sonderangebot erstanden haben, könnten den Flugverkehr explodieren lassen. IPR spricht von einem Umwelt-Desaster für den blauen Planeten. Am meisten fürchten die Experten den Anstieg des Treibhausgases CO2.
Flugzeuge verbrennen gewaltige Mengen an Treibstoff, verbrauchen Tonnen von Sauerstoff und emittieren Tonnen von CO2. Ein Passagierflugzeug auf dem Weg von Europa nach Florida produziert pro Passagier die Menge CO2, die ein durchschnittlicher Autofahrer in einem ganzen Jahr erzeugt. Darüber hinaus argumentieren die Umweltschützer auch damit, dass Flugzeuge Stickstoffoxide, Schwefeloxide und große Mengen Dampf erzeugen. Der Dampf hat nach Aussagen der Ökologen Auswirkungen auf die Wolkenbildung. Kritisiert wird auch, dass durch die Steuerbefreiung des Treibstoffes auf Kerosin über Sparmaßnahmen nicht nachgedacht wird. Flugtickets sind darüber hinaus auch mehrwertsteuerfrei, wird von den Aktivisten kritisiert.
Die gesamte Situation ist für den Aktivisten Simon Bishop, dem Autor der im November erscheinenden Studie der IPR, keineswegs nachhaltig. Die Billigpreise würden die Menschen eher verlocken, mit dem Flugzeug zu verreisen - und das auch auf kurzen Strecken und gleich mehrere Male pro Jahr. Bishop übt auch Kritik an den Regierungen. "Diese klären nicht über die Umweltschäden der Fliegerei auf. Merkbar wird das nur durch Anrainer von Flughäfen, die unter dem zunehmenden Flugverkehr leiden", so Bishop. 1992 war der globale Flugverkehr nur für 3,5 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, schon 2050 werde sich die Zahl verdoppeln. Die Fluggesellschaften vertrauen vielfach darauf, dass mithilfe neuer Technologien Treibstoff eingespart werden kann. EasyJet argumentierte auch damit, dass die neuen Flugzeuge treibstoffsparender seien als die alten. Dem setzt Bishop aber die rasante Zunahme von Passagieren und Flugzeugen entgegen. Der Schlussbericht der IPR wird jedenfalls Regierungsvorlagen zur Eindämmung des Flugverkehrs enthalten.
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Am 17. Okt. 2002 unter:
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