Konjunkturexperten dafür, IfW dagegen

Geteilte Meinung über Tarifforderung

Die Konjunkturexperten mehrerer deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute haben die Tarifforderung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes begrüßt. Die Gewerkschaft geht mit einer Forderung nach Einkommensverbesserungen von "deutlich mehr als drei Prozent" bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Tarifrunde für die rund 2,8 Millionen Beschäftigten. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) verlangt für die 1,5 Millionen Beamten des Öffentlichen Dienstes ein Plus von 3,5 Prozent.

Nach Einschätzung von Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) beweise die ver.di-Forderung "Augenmaß". Wenn die Gewerkschaft über 3,0 Prozent verlange, werde das Ergebnis am Ende zwischen 2,0 und 2,5 Prozent liegen, sagte der IWH-Konjunkturchef der Zeitung. "Damit können wir leben", erklärte auch Roland Göhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Der Abstand zu den Tariferhöhungen in der Privatwirtschaft bleibe so gewahrt. Kritik an der Gewerkschaftsforderung kam dagegen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. "Die öffentlichen Kassen sind leer, es muss auf allen Ebenen gespart werden", sagte IfW- Konjunkturexperte Patrick Meier dem Blatt. Der Abschluss dürfe daher nicht über 1,5 Prozent liegen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!