Gewalt in den Medien

Erziehungsstil beeinflußt Gewaltbereitschaft

Gewaltdarstellungen in den Medien sind nach Ansicht des Medienwissenschaftlers Werner Früh nicht die alleinige Erklärung für die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft. Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Professor für empirische Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Leipzig eine Studie zu dem Thema "Gewaltpotenziale des Fernsehangebots. Programmangebot und gruppenspezifische Interpretation". Demnach seien die Medien nur ein Faktor, der Aggressivität fördern könne. Die Eltern und ihr Erziehungsstil sowie das soziale Umfeld spielten eine entscheidende Rolle.

In seiner Untersuchung wurden 921 Personen insgesamt 1437 Gewaltszenen vorgespielt und nach verschiedenen Zielgruppen ausgewertet. Ein Ergebnis der Studie war, dass 16- bis 21-Jährige in den Szenen 40 Prozent weniger Gewalt wahrgenommen haben, als Personen, die über 51 Jahre alt waren.Trotzdem werde man das Problem nicht in Griff bekommen, wenn man Videofilme verbiete. "Ich halte es für wichtiger, gesellschaftliche und erzieherische Positionen zu überprüfen", argumentierte der 55-jährige Wissenschaftler. Egozentriertheit und Versagungsängste sowie die Wertvorstellungen der Gesellschaft spielten in der aktuellen Entwicklung eine Rolle.

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