Umweltbundesamt-Studie macht Optimierungs-Vorschläge
Erweiterte Ökobilanz für Getränkeverpackungen bestätigt Mehrweg-Vorteile
Im Auftrag des UBA haben die Institute Prognos AG, Basel, und das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU), Heidelberg, die "Ökobilanz für Getränkeverpackungen, Phase 1" aus dem Jahr 2000 fortgeführt und erweitert. Eine Ökobilanz klopft den gesamten Lebensweg einer Getränkeverpackung auf seine Umweltwirkungen ab: von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Transport bis hin zur Entsorgung. Ermittelt wird dabei zum Beispiel der Beitrag zum Treibhauseffekt und zu weiteren Umweltbelastungen.
Die hochkomplexen Berechnungen ermöglichen es, die Umweltfreundlichkeit verschiedener Verpackungssysteme neutral zu bewerten. Getränkeindustrie und Getränkehandel waren an allen Ökobilanzen des UBA beteiligt. Auch auf ihren Wunsch bezieht die jetzt vorgelegte Phase 2 der Studie Verpackungen ein, die im Bezugsjahr 1996 einen zu geringen Marktanteil - unter fünf Prozent - hatten. So kamen jetzt auch Einwegflaschen aus dem Kunststoff PET (Polyethylenterephthalat) und 0,5-Liter-Mehrwegflaschen aus Glas oder PET auf den Prüfstand. Zudem wurde berücksichtigt, dass die damals untersuchten Verpackungssysteme in den vergangenen Jahren optimiert wurden. Einige Randbedingungen haben sich geändert, etwa im Verkehr: Er wird in Zukunft sauberer werden, sobald die neuen strengen Abgasvorschriften der Europäischen Union für Lkw greifen.
Die Detailergebnisse der neuen Ökobilanz-Studie sind vielschichtig. Der Blick in die Zukunft zeigt jedoch: Beide Verpackungssysteme - Mehrweg wie Einweg - verbessern sich aus Umweltschutzsicht wegen technischer Optimierungen und veränderter Rahmenbedingungen. So führen sowohl die geringeren Verpackungsgewichte als auch die höheren Rückführraten beim Recycling dazu, dass für die Herstellung aller Verpackungsmaterialien weniger Energie aufgewendet wird. Dies wiederum hat einen geringeren Schadstoffausstoß und damit Entlastungen bei Umweltproblemen - wie zum Beispiel dem Treibhauseffekt - zur Folge.
Während diese Effekte in erster Linie den Einwegverpackungen zu Gute kommen, profitieren Mehrwegverpackungen vor allem aus Verbesserungen im Transport (verringerter Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß), da im Falle der Mehrwegsysteme etwa ein Drittel der Umweltbelastungen durch den Transport der gefüllten Verpackungen und den Rücktransport der leeren Verpackungen verursacht wird.
Bei den Untersuchungen zeigte sich auch, dass im so genannten "Sofortverzehr"-Segment noch erheblicher Verbesserungsspielraum im Bereich der Mehrwegverpackungen besteht, z.B. durch den verstärkten Einsatz der 0,5-Liter-Glas-Mehrwegflasche, die - zumindest im Bereich der alkoholfreien Getränke - noch ein Schattendasein fristet oder der in Deutschland noch weitgehend unbekannten 0,5-Liter-Mehrwegflasche aus PET. Gerade diese Mehrwegverpackungen werden nach Einschätzung des Umweltbundesamtes beim Inkrafttreten der Pfandpflicht auf Einwegverpackungen am 1. Januar 2003 erheblich an Bedeutung gewinnen.
Das Fazit von UBA-Präsident Troge: "Mit Mehrweg ist man aus Umweltschutzsicht immer auf der sicheren Seite. Beim Kauf sollte man auch daran denken: Weniger Transporte bedeuten weniger Verkehr und damit weniger Umweltbelastungen. Und wenn man einmal zu Einweg greift, weil man keine Wahl hat: Die leeren Dosen, Flaschen und Kartons gehören auf keinen Fall in die Landschaft."
Die Studie "Ökobilanz für Getränkeverpackungen II - Phase 2" wird in der Reihe Texte des Umweltbundesamtes als Nr. 51/02 erschienen, umfasst ca. 400 Seiten und kostet 10 Euro.
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Am 25. Okt. 2002 unter:
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