Nach der Geiselnahme in Moskau

Narkosegas war Halothan

Das bei der Moskauer Geiselbefreiung eingesetzte Gas ist zum Teil identifiziert. Es handle sich um das Narkosegas Halothan und ein noch unbekanntes Nervengas, teilte die Toxikologische Abteilung des Münchner Uniklinikums "Rechts der Isar" am Mittwoch mit. Dort waren die beiden betroffenen Deutschen behandelt worden.

Das Halothan wurde nach Einschätzung von Abteilungsleiter Thomas Zilker "ganz bewusst überdosiert" und mit einem Nervengas vermengt. Zilker betonte zugleich, er könne ausschließen, dass eines der üblichen Nervenkampfgase eingesetzt wurde.

Halothan gehört zu den halogenierten Kohlenwasserstoffen. Der Stoff wurde in Urin-, Plasma- und Blutproben der beiden deutschen Opfer nachgewiesen. Die Toxikologen hatten gezielt danach gesucht und mit ihrer Vermutung richtig gelegen. Halothan wird nach Angaben der Experten bereits seit den 50er Jahren als Narkosegas eingesetzt.

Derweil weigern sich die russischen Behörden weiterhin, das eingesetzte Gas zu benennen. Kurz vor dem Sturm des von tschetschenischen Rebellen besetzten Moskauer Musical-Theaters hatten sie den Stoff in das Gebäudeinnere geleitet.

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