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Telekom auf der Suche

Sihler-Nachfolger und Kabelkäufer fehlen noch

Die Deutsche Telekom hat drei Bieter für ihr Fernseh-Kabelnetz in die engere Wahl genommen. Alle drei seien jeweils am vollständigen Erwerb der sechs Kabel-Regionalgesellschaften interessiert, teilte der Konzern am Montag in Bonn mit. Sie hätten die wirtschaftlich attraktivsten Angebote vorgelegt. Über die Höhe der Gebote für das verbliebene TV-Kabel machte die Telekom keine Angaben.

Der Technik-Vorstand und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gerd Tenzer erklärte lediglich, die vorliegenden Angebote zeigten, dass das Kabel-TV-Geschäft trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage bei Investoren nach wie vor auf großes Interesse stoße. Die Telekom erhofft sich nach eigenen Angaben bisher einen Betrag zwischen 2,5 Milliarden und 3,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf des TV-Kabels. Ursprünglich hatte das Kabelgeschäft für 5,5 Milliarden Euro an das US-Unternehmen Liberty Media gehen sollen, das als einziger Nicht-Finanzinvestor auch bisher noch weiter Interesse gezeigt hatte. Die Komplettübernahme des Telekom-Kabels durch Liberty war im Februar am Widerstand des Bundeskartellamtes gescheitert.

Derweil tritt der Telekommunikationskonzern nach der Absage von Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel der Neubesetzung der Führungsspitze weiter auf der Stelle. Die Telekom und der Bund als Großaktionär suchen seit dem Abgang Sommers fieberhaft nach einem Top-Manager für die Spitzenposition beim größten europäischen Telekommunikationskonzern. Der frühere Aufsichtsratschef Sihler war im Juli für eine Übergangszeit von sechs Monaten an die Telekom-Spitze gerückt, nachdem sein Vorgänger Sommer vor allem wegen des massiven Kursverlustes der T-Aktie von seinem Posten zurückgetreten war. Der frühere McKinsey-Manager und Quelle-Vorstandschef, der seit 1990 der Post vorsteht, gilt als Favorit der Bundesregierung für die Nachfolge von Telekom-Chef Helmut Sihler, der den Posten Ende 2002 räumen will. Nach dem Verzicht Zumwinkels dürften die Chancen von T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke gestiegen sein, den im Juli zurückgetretenen Ron Sommer zu beerben.

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