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Bayer will bis 2005 Tausende Stellen streichen

Arbeitsplatzabbau trotz Gewinnen

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer will bis 2005 rund 15 000 Stellen abbauen und durch weitere Kostensenkungen eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen. Allein in Deutschland wären 5400 Arbeitsplätze betroffen, teilte Bayer am Dienstag zur Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal in Leverkusen mit. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Jahresüberschuss über dem des Vorjahres. Allerdings werde das vierte Quartal 2002 durch außerordentliche Aufwendungen belastet. 2002 sei als "Übergangsjahr" von Portfolioveränderungen, Neuausrichtung und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung geprägt, sagte Vorstandschef Werner Wenning.

Im dritten Quartal 2002 wirtschaftete Bayer profitabel. Dem Fehlbetrag von 183 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum stünde ein Überschuss von 656 Millionen Euro gegenüber, teilte Bayer weiter mit. Das mit 848 Millionen Euro bezifferte operative Ergebnis lag jedoch unter den Schätzungen der von vwd befragten Analysten, die mit 900 Millionen Euro gerechnet hatten. Beim Umsatz verbuchte der Chemieriese den Angaben zufolge mit 7,2 Milliarden Euro ein Plus von 8,7 Prozent.

"Wir haben nun im dritten Quartal trotz eines schwierigen Umfelds Fortschritte erzielt - unsere Strukturmaßnahmen beginnen zu greifen", kommentierte Vorstandschef Werner Wenning den Quartalsbericht. Nach den ersten neun Monaten 2002 habe Bayer den Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahr um 79 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro schrauben können. Das operative Ergebnis einschließlich der Erträge aus dem nicht fortzuführenden Geschäft sei um 43 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro angewachsen. Der Umsatz habe mit 22,2 Milliarden Euro knapp drei Prozent verloren.

Scharfe Kritik übte der Vorstandschef an der Bundesregierung. Angesichts der schwierigen Situation der gesamten Weltwirtschaft seien dringend Konjunkturimpulse notwendig, um die Nachfrage anzukurbeln. Solche seien jedoch in Deutschland nicht erkennbar. "Im Gegenteil, es drohen deutliche Steuer- und Abgabenerhöhungen", sagte Wenning. So werde die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gefährdet. Bayer würde unter dem geplanten "Steuervergünstigungsabbaugesetz" mit einmaligen Abgaben von 80 Millionen Euro sowie zusätzlichen jährlichen Belastungen von rund 160 Millionen Euro leiden.

Im Zuge des Skandals um den vom Markt genommenen Cholesterinsenker Lipobay seien rund 5700 Klagen eingegangen, teilte der Konzern weiter mit. Bisher seien in 190 dieser Fälle ohne Anerkennung einer Rechtspflicht Vergleiche geschlossen worden. "Wir werden diesen pragmatischen Weg weitergehen", erklärte Wenning.

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