Widerstand gegen Atommülltransport

Atomkraftgegner stoppen Transporter vor Dannenberg

Der bislang größte Atommülltransport ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben trifft auf heftigen Widerstand. Auf der Strecke nach Dannenberg blockierten Atomkraftgegner in Hitzacker die Strecke. Trotz des großen Polizeiaufgebots war es ihnen gelungen, durch ein Waldstück auf die Schienen zu kommen. Etwa 30 Demonstranten wurden festgenommen und in die Gefangenensammelstelle nach Neu Tramm gebracht. Kurz vor Dannenberg konnten sie den Zug erneut kurzzeitig aufhalten. Bei der Aktion gab es nach Angaben des DRK-Einsatzleiters vor Ort, Reinhold Klostermann, sechs Verletzte, darunter vier durch den Einsatz von Pfefferspray, mit dem die Polizei gegen die Aktivisten vorging. Ein Demonstrant sei mit einer Gehirnerschütterung und Kreislaufstörungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Seit Montag habe es bei den Protesten im Wendland insgesamt 20 Verletzte gegeben, sagte Klostermann. Er rechnete für den Abend mit einem weiteren Anstieg der Zahl. Eine weitere Schienblockade von Castorgegnern löste die Polizei bei Leitstade zwischen Dahlenburg und Hitzacker auf. Dort hatten sich nach Polizeiangaben zwei Menschen an die Schienen gekettet. Nach Angaben der Initiative "X-tausendmal quer" blockierten die beiden Atomkraftgegner für etwa anderthalb Stunden die Eisenbahnstrecke. Sie hätten sich mit Rohren, die mit brennbarer Flüssigkeit gefüllt gewesen seien, an den Schienen befestigt. Dadurch sei der Polizei der Einsatz von Trennschleifern erschwert worden. Derweil wurde die Straßentransportstrecke nach Gorleben von Unbekannten schwer beschädigt. Bei Laase gruben sie in anderthalb Meter Tiefe einen zweieinhalb Meter langen Tunnel unter der Straße hindurch. Ein Polizeisprecher sprach von einem "unverantwortlichen Vorgehen", da auch der zivile Verkehr gefährdet gewesen sei. Die Initiative "X-tausendmal quer" wies diese Darstellung zurück.

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