FDP-Spendenaffäre

Schon früher ungeklärte Spenden für Möllemann

Die FDP-Spendenaffäre zieht immer weitere Kreise. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" hat der Landesverband der Liberalen in Nordrhein-Westfalen auch im Jahr 1999 unter seinem damaligen Vorsitzenden Jürgen Möllemann in größerem Stil Gelder ungeklärter Herkunft als Spenden akzeptiert und damit gegen das Parteiengesetz verstoßen. Sein umstrittenes antiisraelisches Flugblatt aus dem Bundestagswahlkampf soll Möllemann dagegen aus einem Vorschuss seines Geschäftspartners Rolf Wegener finanziert haben. Grund dafür sei gewesen, dass Möllemann "nicht aus dem Stand" über einen Betrag von einer Million Euro verfügen konnte. Das Geld sei aber "zweifelsfrei geschäftlich geflossen".

FDP-Bundesschatzmeister Günter Rexrodt bestätigte derweil der "Berliner Zeitung" am Donnerstag, dass die Wirtschaftsprüfer bei ihren Prüfungen auf Unregelmäßigkeiten im Jahr 1999 gestoßen sind. Zur Höhe dieser irregulär verbuchten Einnahmen wollte sich Rexrodt noch nicht äußern.

Die stellvertretende NRW-Landeschefin Ulrike Flach, sieht Möllemann als Alleinverantwortlichen auch für diese Unregelmäßigkeiten. "Ich bin sicher, dass es auch 2000 und 1999 Jürgen Möllemann war und nicht die FDP", sagte Flach im Deutschlandradio Berlin.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, Möllemanns Flugblatt könne aus Schmiergeldern finanziert sein, die Wegener 1991 im Zuge des Thyssen-Panzer-Geschäfts mit Saudi-Arabien erhalten hatte. Möllemann hatte sich damals als Bundeswirtschaftsminister für das Geschäft stark gemacht.

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