Extremismus

Zwei mutmaßliche Linksterroristen in Magdeburg festgenommen

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat in Magdeburg zwei mutmaßliche Linksterroristen festnehmen lassen. Die beiden Deutschen seien dringend verdächtig, als Mitglieder der terroristischen Vereinigung "kommando freilassung aller politischen gefangenen" an zwei versuchten Brandstiftungen auf Polizeieinrichtungen in der Elbestadt beteiligt gewesen zu sein, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Die Männer wurden bereits am Mittwoch festgenommen. Dabei durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) und des Landeskriminalamtes (LKA) vier Objekte in Magdeburg, Quedlinburg und Berlin.

Die terroristische Organisation definiere sich in einem Selbstbezichtigungsschreiben als "Teil der neuen revolutionären Bewegung" mit dem Ziel, "militante Politik in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern". Zusammen mit anderen gewaltbereiten Gruppierungen solle eine "militante Offensive" herbeigeführt werden. Zur Durchsetzung ihrer Ziele hält die Vereinigung nach Angaben der Bundesanwaltschaft Brandanschläge auf polizeiliche Einrichtungen für erforderlich und legitim.

Die beiden Beschuldigten Marco H. und Daniel W. sollen spätestens seit Frühjahr 2002 Mitglieder der Gruppierung gewesen sein. In der Nacht zum 18. März habe die Vereinigung einen Brandanschlag auf das Landeskriminalamt in Magdeburg verübt, bei dem nur geringer Schaden entstand. Wenige Stunden später habe Daniel W. auf dem Parkplatz des Bundesgrenzschutzes in Magdeburg unter einem Dienstfahrzeug eine Spreng- und Brandvorrichtung abgelegt. Die Initialzündung schlug jedoch fehl.

Bei den Durchsuchungen wurden mehrere Computer, Disketten und schriftliche Unterlagen sichergestellt. In der Wohnung von Marco H. seien Gegenstände gefunden worden, mit denen unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen hergestellt werden könnten, hieß es. Die beiden Männer wurden bereits am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der eine Untersuchungshaft anordnete. Die Ermittlungen zu weiteren Mitgliedern der Vereinigung sind noch nicht abgeschlossen.

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