Für den frauenfeindlichen Beitrag des letzten Fernsehjahres
"Saure Gurke 2002" geht nach Bayern
Während der Abschlussveranstaltung am vergangenen Samstag im Potsdamer Nikolaisaal bilanzierten die Teilnehmerinnen weitere Ergebnisse von drei arbeitsintensiven Tagen. In Diskussionen und Workshops ging es um Bedingungen für die Gleichstellung von Männern und Frauen in Medienberufen, um Probleme des Arbeitsalltags, Kommunikations- und Fortbildungsbedarf. Das Anliegen, in höchsten Führungspositionen künftig mehr Frauen zu finden, wurde auch mit Blick auf den neu entstehenden Rundfunk Berlin-Brandenburg formuliert: An dessen Spitze wünschten sich die Medienfrauen eine Intendantin. Die einstimmig gefasste Empfehlung soll den Mitgliedern des noch zu etablierenden RBB-Rundfunkrates übergeben werden.
Preisträgerstück ist der Beitrag "Männer - das diskriminierte Geschlecht?" vom 22. Januar 2002 aus der Reihe "Familienzeit", Redaktion: Gerd Niedermayer, Moderation: Wolfgang Binder, das vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde.
Entlang des Buches "Frauen und Kinder zuerst" von Paul-Hermann Gruner, stellt die Sendung dar, dass "Jungen ins Hintertreffen geraten" und Männer "auf der Verliererstraße" sind. Tatsache ist: Mädchen machen Abitur, Frauen haben eine gute Ausbildung und sind im Beruf erfolgreich. Jungen hingegen sind die schulischen Sorgenkinder und Männer verlieren ihre Jobs in der Produktion.
Schuld an diesen gesellschaftlichen Entwicklungen ist - so sagt uns die Sendung - "der organisierte Feminismus".
Die Jury-begründete ihre Entscheidung mit dem Ton für die Sendung: Sie sei eine Collage aus Bildern von Models und Schminkszenen, von Bomberstaffeln, Dominas und Müllmännern. Der zentrale Satz dazu: "Sind die subtileren Waffen der Frau weniger tödlich als die der Männer?" Die Sendung ist bestimmt vom Wortlaut des Buchautors als Studiogast und einseitig ausgewählte "Experten". Gegenfragen oder Kritik fanden nicht statt.
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Am 04. Nov. 2002 unter:
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