Nach Zusammenstoß über dem Bodensee

Klage gegen Hersteller der Flugzeug-Kollisions-Warner wegen Bodensee-Crash

Die Flugzeugkatastrophe vor vier Monaten am Bodensee wird auch Gerichte in den USA beschäftigen. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" vom Dienstag wollen die Anwälte der russischen Fluggesellschaft Bashkirian Airlines im US-Bundesstatt Arizona Klage gegen das Unternehmen Honeywell einreichen. Die Firma mit Sitz in Phoenix in Arizona stellt die automatischen Kollisionswarngeräte (TCAS) für Flugzeuge her.

Der Zeitung zufolge werfen die Anwälte dem Unternehmen vor, nur unzureichende Handlungsanweisungen zur Nutzung des Warnsystems gegeben zu haben. Auch auf Aufforderungen internationaler Flugsicherheitsbehörden, klare Regeln aufzustellen, soll Honeywell nicht reagiert haben. Der Berliner Anwalt Elmar Giemulla sagte dem Blatt: "Dem Piloten wird nicht klar gesagt, was er zu tun hat." Dies sei ausreichend für eine Klage in den USA.

Mit der Klage wollen die beauftragten Rechtsanwälte aus Berlin und London hohe Schadensersatzzahlungen an die Hinterbliebenen durchsetzen. Bei optimalem Verlauf werde mit bis zu einer Million Dollar pro Opfer gerechnet, berichtet die Zeitung. Bei der Kollision einer russischen Tupolew mit einer Frachtmaschine bei Überlingen waren in der Nacht zum 2. Juli 71 Menschen ums Leben gekommen.

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