DBSH kritisiert Harzt-Konzept

Verband für Sozialarbeit will Integrationsfirmen

Der Deutsche Berufsverband für Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Heilpädagogik (DBSH) spricht sich gegen eine Umsetzung des Harzt-Konzeptes aus. Laut der Bundesvorsitzenden Hille Gosejacob-Rolf mache es aus Sicht der Sozialen Arbeit keinen Sinn, den Anspruch "Fordern und Fördern" nur an die Betroffenen zu richten. In gleicher Weise müssten auch Wirtschaft, Arbeitsämter und Politik gefordert sein. Für Langzeitarbeitslose fordert der DBSH einen neuen "geschützten" ersten Arbeitsmarkt. Bei diesen sogenannten Integrationsfirmen solle eine sozialprofessionelle Beratung den Arbeitslosen helfen, eigene Ressourcen und Fähigkeit zu erkennen.

Darum, so der Verband, brauche Soziale Arbeit einen Freiraum.

Auch ein Absenken der kinderbezogenen Förderung beim Arbeitslosengeld weise den falschen Weg. Wichtiger seien ausreichende Kinderbetreuungsangebote und langfristig ein Umsteuern auf Leistungen, die sich unabhängig von der Einkommenshöhe auf das einzelne Kind bezögen und nicht von Arbeitslosen- und Sozialhilfe abgezogen werden.

Als wenig hilfreich sieht der DBSH die geplante Halbierung des Freibetrages bei Vermögen für Bezieher von Arbeitslosenhilfe. Insbesondere bei älteren Arbeitslosen, die aufgrund ihres

Lebensalters keine Chance auf Arbeit hätten, sei so eine zunehmende Altersarmut und Inanspruchnahme von Sozialhilfe vorprogrammiert.

Auch das Zusammenlegen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe lehnt der Verband ab. Jedes der beiden Hilfesysteme habe seine eigene Funktion. Der DBSH fordert, dass erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger in Arbeitslosenhilfe und Verantwortung der Arbeitsämter übergeleitet werden. So würden die Kommunen von systemfremden Aufgaben entlastet.

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