Welthandel

Europas Position in der WTO gefährdet Recht auf Nahrung für die Dritte Welt

Für Marita Wiggerthale, Referentin für Agrarhandel bei Germanwatch, ist die EU "Der Wolf im Schafspelz". Einerseits, so Wiggerthale, setze sie sich in der Öffentlichkeit für die Entwicklungsrunde in der WTO ein. Andererseits habe die EU in den Agrarverhandlungen jedoch keinerlei Bereitschaft gezeigt, Zugeständnisse gegenüber den Entwicklungsländern zu machen. Dies habe sich jüngst bei den WTO-Verhandlungen in Genf gezeigt, bei denen die EU keinen eigenen Vorschlag vorgelegt hat, wie sie die grundlegende Unausgewogenheit des Agrarabkommens zu Lasten der Entwicklungsländer aufheben will.

"Wenn die Sonderbehandlung der Industrieländer im Agrarbereich nicht umgekehrt wird, dann wird die Entwicklungsrunde in der WTO zur Farce," mahnt die Germanwatch-Referentin. Der undurchsichtige Verhandlungskurs der Europäischen Union führe jetzt schon zu Unmut und Misstrauen der Entwicklungsländer.

Unterdessen steige der Hunger in den Entwicklungsländern. Vom Verhandlungstisch der reichen Länder in der WTO könnten die Armen und Hungernden in der Welt jedoch "Nichts als trockene Brotkrumen" erwarten, kritisiert Wiggerthale. Ernährungssicherung spiele bislang immer noch keine entscheidende Rolle bei den Agrarverhandlungen der Welthandelsorganisation - und das bei 815 Millionen Hungernden in der Welt. Nicht nur am Tag der Menschenrechte sollte daher das Recht auf Nahrung als zentrales Menschenrecht auch in der WTO Beachtung finden.

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