Artenschutz
Slowenien gibt Bären zum Abschuss frei
Pro Wildlife befürchtet fatale Konsequenzen für eine der wichtigsten Populationen des Europäischen Braunbären: "Sloweniens Bärenbestände waren in den 50er Jahren durch intensive Jagd auf 25 Tiere kollabiert und konnten seitdem nur durch strenge Schutzmaßnahmen wieder anwachsen. Die nun gesetzte Quote von 104 Tieren ist unverantwortlich", kritisiert Freyer. Pro Wildlife hat zusammen mit 37 Verbänden weltweit, die gemeinsam mehr als 10 Millionen Bürger repräsentieren, bei der slowenischen Regierung protestiert. Slowenien soll in Kürze der Europäischen Union beitreten. Pro Wildlife fordert deshalb die EU auf, den Import von Braunbären-Trophäen aus Slowenien umgehend zu stoppen und den Beitrittskandidaten so zum Überdenken seiner Entscheidung zu zwingen.
Nach offiziellen Angaben der slowenischen Regierung soll es in dem osteuropäischen Land derzeit zwischen 450 und 730 Tieren geben. Doch skeptische Wissenschaftler schätzen die tatsächliche Zahl eher auf 350 bis 400 Bären, von denen etwa 320 erwachsene Tiere sind. Mit der Verdopplung der Quote würde ein Drittel des Bestandes ausgelöscht. "Der Braunbär gehört zu den Tierarten mit der geringsten Fortpflanzungsrate in Europa", betont Freyer. Gemeinsam mit der englischen Organisation EIA (Environmental Investigation Agency) hat die Münchner Artenschutzorganisation eine weltweite Protestaktion von Verbänden initiiert. Ziel des Protestes ist es, die Regierung Sloweniens zur Rücknahme der Jagdquote zu bewegen und ggf. über ein EU-Importverbot für Bärentrophäen aus Slowenien Druck auf den EU-Beitrittskandidaten auszuüben.
"Slowenien wiederholt mit der Verdopplung seiner Jagdquote die Fehler der Vergangenheit. Schon einmal dezimierte die rücksichtslose Bejagung die Zahl der Braunbären in Slowenien auf nur 25 Tiere. Dann entschloss sich Slowenien als eines der ersten Länder in Europa, seine Bärenbestände konsequent zu schützen. Die jetzige Entscheidung der Regierung ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar und unverantwortlich", so Freyer abschließend.
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