Nordsee

22 000 Seehunde verenden an Staupe

Das Jahr 2002 war für die Seehund-Bestände in Nordeuropa ein schwarzes Jahr. Wie bereits 14 Jahre zuvor breitete sich die Tod bringende Staupe-Epidemie in der Population aus und raffte Tausende Meeressäuger dahin. Nach der aktuellen Statistik des Internationalen Wattenmeer-Sekretariats in Wilhelmshaven wurden seit dem Ausbruch der Seuche im Mai insgesamt 22.050 Kadaver an den Küsten Nordeuropas angeschwemmt. Allein im Wattenmeer starben mehr als 10.000 Seehunde. Auch an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns wurden verendete Tiere entdeckt. In Großbritannien registrierte das Sekretariat noch im Dezember weiterhin Kadaverfunde.

Im Jahre 1988 hatte die Epidemie rund 60 Prozent der nordeuropäischen Population ausgelöscht. Nach Experteneinschätzung ist der Verlauf im Jahr 2002 dem vor 14 Jahren ähnlich. Als Auslöser hatten Wissenschaftler bereits damals das so genannte Phocine Distemper Virus (PDV) ausgemacht. Die genaue Ursache des erneuten Ausbruchs blieb hingegen bislang unklar.

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