Umweltgifte

UNO soll Druck auf Pestizidhersteller ausüben

Das internationale Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) appelliert an den UN Generalsekretär Kofi Annan, die Bayer AG nicht in ein UN-Programm einzuschließen, das Menschenrechte und Umweltschutz voranbringen will. Auch sollten Unternehmen, die hoch gefährliche Produkte wie Pestizide vermarkten, sollten von der UN Global Compact Initiative ausgeschlossen werden. Mit ihrem Schreiben unterstützt das PAN den Appell einer Dorfgemeinschaft aus Peru, deren Kinder an Bayer Pestiziden gestorben waren.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Peru kam zu dem Ergebnis, dass die Bayer AG für die durch das Pestizid Parathion-Methyl verursachte tödliche Vergiftung von 24 Kindern aus dem Andendorf Tauccamarca verantwortlich sei. Der Vorfall ereignete sich bereits im Jahr 1999, als die Kinder in der Schule mit dem Pestizid verunreinigtes Milchpulver zu trinken bekamen. Die Bayer AG wurde als Hauptimporteur des extrem gefährlichen und hochgiftigen Insektenvernichtungsmittels vom eigens eingesetzten Untersuchungsausschuss identifiziert.

PAN betont anlässlich des weltweiten Tages gegen Pestizideinsatz, dass es sich nicht um einen unglücklichen Einzelfall handelt. "Unsere seit 20 Jahren andauernde Arbeit hat gezeigt, dass der Einsatz von Pestiziden in bestimmten Regionen der Welt sehr problematisch ist. Insbesondere gilt dies dort, wo Bäuerinnen und Bauern, deren Familien und die Land- und Plantagenarbeiter keinen Zugang zu oder keine wirtschaftlichen Mittel für Sicherheitsausrüstung haben, wo es sich um Analphabeten handelt oder wo keine Kenntnisse über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt vorhanden sind" erklärt Carina Weber, PAN Germany Geschäftsführerin.

Die PAN Regionalzentren unterstützen daher den Appell der betroffenen Dorfgemeinschaft an Generalsekretär Kofi Annan, im Namen der Vereinten Nationen Pestizidhersteller dazu aufzufordern, ihre gefährlichsten Produkte vom Markt zu nehmen.

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