WTO
Attac veröffentlicht Pläne der USA für weltweite Privatisierung der Bildung
Die Forderung nach öffentlichen Subventionen für den privaten Bildungssektor "bedroht das öffentliche Bildungswesen in Europa", meint Oliver Moldenhauer, Mitglied im Attac-Koordinationskreis. "Bildung, die bisher ein öffentliches Gut und ein Recht für alle Menschen ist, soll zur Ware werden."
Zudem drängten die USA darauf, auch standardisierte Tests in die Verhandlungen mit aufzunehmen.
In diesem Sektor ist das US-Unternehmen "Educational Testing Service" Marktführer und strebt nach weltweiter Expansion. "Eine Liberalisierung dieses Bereiches wirft die Frage auf, inwieweit sich die inhaltlichen Standards solcher Unternehmen international durchsetzen", sagt Oliver Moldenhauer. "Damit wird die Hochschulautonomie und die demokratische Kontrolle von Schulen weiter ausgehöhlt."
Die Europäische Union hat sich in den bisherigen Verhandlungen zwar ausdrücklich das Recht vorbehalten, nur ihre staatlichen Bildungseinrichtungen mit öffentlichen Geldern zu subventionieren. Attac befürchtet jedoch, dass die EU-Position im Verlauf der GATS-Verhandlungen aufgeweicht wird. Weil diese Verhandlungen alle Dienstleistungsbereiche umfassen, könnte die EU Zugeständnisse im Bildungsbereich machen, um ihrerseits verbesserten Zugang zu den Märkten für Strom, Trinkwasser oder Finanzdienstleistungen zu erhalten.
Weil die EU ihre Verhandlungspositionen geheim hält, ist eine öffentliche Kontrolle des Verhandlungsprozesses nicht möglich.
"Dass nur hinter verschlossenen Türen verhandelt wird ist absolut undemokratisch - vor allem, wenn man bedenkt, dass einmal gemachte Zugeständnisse praktisch nicht mehr zurückgenommen werden können", kritisiert Oliver Moldenhauer. Den öffentlich angekündigten "Konsultationsprozess" der EU hält Attac für eine Farce, solange die Verhandlungspapiere nicht öffentlich zugänglich sind.
Attac fordert ein sofortiges Moratorium für die GATS-Verhandlungen. In den kommenden Monaten wird Attac in vielen europäischen Ländern gemeinsam für dieses Ziel kämpfen, unter anderem bei einem europaweiten Aktionstag am 13. März 2003.
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Am 04. Dez. 2002 unter:
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