Globalisierung

Hafenarbeiter protestieren gegen EU-Liberalisierungs-Richtlinie

Mit befristeten Streikaktionen haben am Freitag in mehreren deutschen Häfen Hunderte Arbeiter gegen eine geplante EU-Richtlinie protestiert. Das neue Gesetz soll die Bestimmungen für Hafendienstleistungen liberalisieren. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fürchtet eine massive Gefährdung von Arbeitsplätzen und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Wie eine ver.di-Sprecherin auf ddp-Anfrage sagte, beteiligten sich an der Aktion Hafenarbeiter in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Kiel und Wismar. Auch in Lübeck waren Proteste geplant.

Allein im Hamburger Hafen beteiligten sich laut ver.di bis zum Mittag rund 1000 Arbeiter an den Protesten und legten für vier Stunden ihre Arbeit nieder. Weitere Aktionen seien jeweils zu Beginn der folgenden Schichten geplant. Wolfgang Rose, ver.di-Landesbezirksleiter Hamburg, forderte Senat und Bundesregierung auf, die EU-Richtlinie zu verhindern. Er warnte davor, "jedem Spleen der Globalisierer" zu folgen. "Wenn sich mächtige Kapitaleigner aus Fernost einkaufen können, werden in Hamburg bald auch asiatische Sozialstandards mit Tagelöhnerei und Mini-Bezahlung, Heuern und Feuern üblich werden", sagte Rose. Hamburg brauche keinen Risikohafen mit Billigterminals.

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