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In Deutschland über 200 000 Tote jährlich durch Alkohol und Tabak

Weiterhin hohes Abhängigkeitsniveau

Die Deutschen greifen nach wie vor zu häufig zu Tabak, Alkohol und Medikamenten. "Missbrauch und Abhängigkeit von Drogen und Suchtmitteln aller Art haben sich auf einem extrem hohen Niveau eingependelt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Jobst Böning, am Freitag in Berlin bei der Vorstellung des Jahrbuches "Sucht 2003". Die Folgen des Missbrauchs von Tabak und Alkohol seien um ein Vielfaches höher als die Folgen der Abhängigkeit illegaler Drogen.

Nach Angaben von Böning sterben in Deutschland jedes Jahr 140 000 Menschen in der Folge des Rauchens. Hinzu kommen 73 000 vorzeitige Tode wegen übermäßigen Alkoholkonsums. Die Zahl der an illegalen Drogen Gestorbenen lag hingegen 2001 bei 1835 und ging im vergangenen Jahr auf 1500 zurück. "Sehr vorsichtig geschätzt" seien 6,8 Millionen Menschen von Tabak abhängig, 1,6 Menschen alkoholabhängig, 1,2 Millionen Menschen medikamentenabhängig und 150 000 Menschen abhängig von illegalen Drogen, sagte der Suchtexperte.

Böning forderte als Gegenstrategie, als Suchtprävention das Erziehungsverhalten Erwachsener stärker zu unterstützen, damit bei Kindern der Einstieg in den Konsum zumindest herausgezögert werde. Untersuchungen zufolge trank bereits jeder zweite Jugendliche im Alter von 12 bis 13 Jahren im vergangenen Jahr zumindest einmal Alkohol, bei den 14- bis 15-Jährigen waren es 90 Prozent. Böning hält zudem eine massive Öffentlichkeitsarbeit für nötig und forderte hier Chancengleichheit. Den rund 10 Millionen Euro jährlich von Bund, Ländern und Gemeinden für Öffentlichkeitsarbeit stünden 890 Millionen Euro Werbung der Tabak- und Alkoholindustrie gegenüber.

Suchtexperte Gerd Glaeske kritisierte, dass viele Medikamente unnötig Alkohol enthalten. "Alkohol ist kein Arzneimittel", warnte Glaeske. Er forderte einen Aufstand der Experten in Praxen und Apotheken. Notfalls müsse es auch Sanktionen gegen Ärzte geben, die Medikamente über einen Zeitraum von mehr als zwei Monaten verordnen und damit Abhängigkeit fördern.

Zur Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen www.dhs.de

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