Meeresschutz
Greenpeace sieht alte Öltanker als Zeitbomben in der Ostsee
Von den beobachteten 112 Tankern bezeichnet Greenpeace 24 Schiffe als schwimmende Zeitbomben. "Bislang hat die deutsche Ostseeküste einfach Glück gehabt. Eine schwere Ölpest ist jederzeit möglich!" Das ist das Fazit von Christian Bussau, Schifffahrtsexperte bei Greenpeace. "Nachdem wir erleben mussten, wie gefährlich die Situation durch veraltete Tanker in der Kadetrinne ist, haben wir Forderungen an die Bundesregierung, die EU und die International Maritime Organisation (IMO)."
Erstens müsse es eine Lotsenpflicht für die Kadetrinne geben. Dann sei eine Meldepflicht für alle Schiffe erforderlich, die das gefährliche Seegebiet passieren wollen, sowie eine verbesserte Radarüberwachung. Außerdem müsse es in ganz Europa Notliegeplätze für havarierte Schiffe und eine gemeinsame Küstenwache geben. Die Hauptforderung von Greenpeace bleibe jedoch, dass Tanker, die über zwanzig Jahre alt sind und die keine Doppelhülle besitzen, sofort weltweit verboten werden müssen.
Ähnliche Vorschläge macht Verkehrsminister Stolpe in einem Brief an die Regierungschefs der Küstenländer. "Vorbeugung und Bekämpfung von Schiffsunfällen sowie ein besserer Schutz der maritimen Umwelt sind die wichtigsten Aufgaben der deutschen Seefahrtspolitik." Im Vorfeld der HELCO/IMO/EU-Workshops im März in Rostock informiert er über die deutschen Initiativen zur Steigerung der Sicherheit auf See informiert. Der aktuelle Unfall des mit Schweröl beladenen Tankers "Prestige" habe erneut verdeutlicht, in welchem Ausmaß Seeschiffsverkehr mit Risiken für die Schiffssicherheit, für den Schutz der Meeresumwelt, die Sicherheit der Küstenbewohner und der Besatzungen an Bord verbunden sei. Das Risiko müsse durch ständige Weiterentwicklung der einschlägigen Regelungen minimiert werden.
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