Atomtransporte

Verunglückter Cäsium-Transporter zeigt Gefahren der Atomtransporte

In Donaueschingen ist am Mittwoch ein Transporter mit radioaktiven Chemikalien von der Straße abgekommen und in eine Böschung gefahren. Der Lastwagen war mit einem Bleiabschirmbehälter mit Cäsiumprüfstrahlern im Gesamtgewicht von 150 Kilogramm beladen und wegen zu hohen Tempos ins Schleudern geraten. Die Radioaktivität des Cäsiums 137 betrug nach Angaben des Baden-Württemberger Umweltministeriums etwa 185 MBq (nachträgliche Berichtigung vom 12. Feb. 2003). Der Transportbehälter ist unbeschädigt geblieben. Dieser glimpflich verlaufene Unfall zeigt nach Ansicht des BUND wieder einmal die Probleme von Gefahrguttransporten und insbesondere von Atomtransporten auf. Bei derartigen Gefahrguttransporten, die nicht immer zu vermeiden sind, haben höchste Sicherheitsanforderungen zu gelten. "Zu hohes Tempo" bei einem solchen Transport wäre ein Skandal.

Cäsium ist nach Ansicht des BUND ein höchst gefährlicher Stoff. Cäsium 134 und 137 wurden auch bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl freigesetzt. Cäsium wird vom Körper mit Kalium "verwechselt" und gelangt so über das Blut in die Organe und Muskeln, wo es dann dauerhaft eingelagert wird.

Während Cäsium 134 mit einer Halbwertzeit von zwei Jahren relativ schnell abgebaut ist, hat Cäsium 137 eine Halbwertzeit von 30 Jahren. Es verbleibt daher entsprechend lange im Körper.

Durch die Rücktransporte von Atommüll aus den französischen und englischen Wiederaufarbeitungsanlagen ins atomare Zwischenlager nach Würenlingen (CH) und ins atomare Endlager werden Atomtransporte und die damit verbunden Gefahren in Südbaden und im Grenzgebiet der Schweiz massiv zunehmen.

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