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Führerschein mit 17 nur mit guter Fahrausbildung

VCD-Forderung

Fahranfänger im Alter von 18 bis 25 verunglücken dreimal so häufig tödlich im Straßenverkehr wie ältere Verkehrsteilnehmer. Nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kann dieser erschreckenden Tatsache durch die Einführung der Fahrerlaubnis für 17-jährige in Begleitung nur dann wirksam begegnet werden, wenn gleichzeitig die Fahrausbildung entscheidend verbessert wird. So dürfe in der Fahrschule nicht nur Wissen über Verkehrsregeln vermittelt werden. Vielmehr müssten jugendliche Verhaltensweisen und Einstellungen gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern thematisiert und diskutiert werden.

"Je jünger und risikobereiter junge Fahranfänger sind, desto besser muss die Fahrschulausbildung sein", fordert Hermann-Josef Vogt, Mitglied im VCD-Bundesvorstand. Dafür müssten zum Beispiel Theorie- und Praxisunterricht inhaltlich und zeitlich besser verzahnt werden. Bisher würden allerdings die Fahrlehrer in ihrer sechsmonatigen Kurzschulung für eine optimale Ausbildung ihrer Fahrschüler nicht ausreichend qualifiziert. "Deshalb ist auch eine Reform der Fahrlehrerausbildung dringend notwendig", so Vogt.

Ein positiver Aspekt beim Führerschein mit 17 ist aus Sicht des VCD die anfängliche Phase des Fahrens in Begleitung eines erfahrenen Erwachsenen. Nach Erfahrungen aus Frankreich und Schweden führe diese Regelung zu einem Rückgang der Unfälle bei Führerschein-Neulingen um bis zu 40 Prozent. Wenn in einem Modellversuch in Deutschland ähnliche Effekte nachgewiesen werden könnten, sei die reguläre Einführung des begleiteten Fahrens mit 17 auch in Deutschland sinnvoll.

"Die Bedingungen für das begleitete Fahren dürfen allerdings nicht derart aufgeweicht werden, wie es jetzt diskutiert wird", meint Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. So seien beispielsweise ein Alkoholverbot für Fahrer wie Begleiter, ein Tempolimit und die Kennzeichnung der Fahrzeuge unerlässlich. "Es macht keinen Sinn, einen pädagogisch erfolgversprechenden Ansatz von vornherein zu verwässern und damit seinen Erfolg zu gefährden."

Absolut unzureichend seien die aktuellen Vorschläge für die Anleitung der Begleiter. Deren Einweisung in einer einzigen 90-minütigen Sitzung mit einem Fahrlehrer könne den komplexen Anforderungen an die Begleiterrolle nicht gerecht werden. Deutlich besser sei ein Modell, das mindestens zwei gemeinsame Theorieeinheiten für Fahranfänger und Begleitpersonen sowie die Teilnahme der Begleiter an einer Fahrstunde im realen Verkehr vorsieht. Auch eine Supervisionsfahrt, bei der ein qualifizierter Fahrlehrer eine gemeinsame Fahrt von Anfänger und Begleitperson beobachtet und kommentiert, solle in das Paket aufgenommen werden.

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