Flussausbau
WWF fordert Abschied von veralteter Hochwasserpolitik
Nach Einschätzung der Naturschützer mangele es weder an Geld noch an nötigem Wissen, für eine nachhaltige Flusspolitik. Die Konzepte lägen vielfach auf dem Tisch, was fehle, sei der politische Wille auf Landes- und vor allem auf kommunaler Ebene. "Die Gemeinden stoppen die weitere Versiegelung der Landschaft nicht, sondern weisen munter neue Baugebiete in gefährdeten Gebieten", so Georg Rast, Wissenschaftler am WWF-Auen-Institut. Er macht neben den Kommunen die Bundesländer verantwortlich. Beispielsweise lehne es Hessen es seit Jahrzehnten ab, Hochwasser-Rückhalteflächen für den Rhein zur Verfügung zu stellen.
"Bachtäler werden verbaut, Flüsse begradigt, natürliche Überflutungsgebiete für Landwirtschaft, Siedlungen und Gewerbegebiete trocken gelegt. Das rächt sich immer häufiger", kritisiert Rast. Er prognostiziert, dass massive Fehler in der Bauleitplanung und der Landnutzung sowie Versäumnisse im Hochwasserschutz immer häufiger zu katastrophalen Fluten führen würden. Er plädiert daher für mehr Flächen für den Hochwasserschutz und die Auen-Renaturierung.
Auch an der deutschen Oder sei nach dem Hochwasser von 1997 kein zusätzliches Rückhaltevolumen gewonnen worden. Man habe sich darauf beschränkt, zuerst einmal nur die bestehenden Deiche zu verstärken. An der Elbe werde trotz Flutkatastrophe eine Umkehr bei Flußmanagement massiv behindert, und an der Donau seien keine Fortschritte seit der Maiflut von 1999 erkennbar.
Der WWF weist darauf hin, dass das Wetter der vergangenen Tage und Wochen die Modellrechnungen der Klimaforscher bestätigt. Demnach sei in Zukunft in Mitteleuropa tendenziell mit milderen Wintern und heftigeren Regenfällen zu rechnen. Besonders die aktuelle Hochwasserlage in ganz Deutschland habe erneut verdeutlicht, dass oft Zentimeter über die Wirkung von Schutzmaßnahmen entscheiden. Deshalb seien auch kleine Schritte auf der gesamten Fläche sinnvoll.
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Am 07. Jan. 2003 unter:
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