Kritik und Ermittlungen

Von Polizei ausgesetzter Betrunkener erfror

Zwei Stralsunder Polizisten haben möglicherweise fahrlässig den Tod eines Mannes mitverschuldet. Sie sollen im Dezember vergangenen Jahres einen unter Alkoholeinwirkung stehenden 35-Jährigen am Stadtrand von Stralsund ausgesetzt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Mann daraufhin in der Nacht auf freiem Feld an Unterkühlung und Alkoholvergiftung verstorben. Gegen die 26 und 45 Jahre alten Beamten werde wegen des Verdachts der Aussetzung, Körperverletzung und fahrlässigen Tötung ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Dirk Schneider-Brinkert am Mittwoch.

Soziale Initiativen kritisieren immer wieder, die Polizei setze insbesondere Obdachlose am Stadtrand aus, um die heile Konsumwelt nicht zu stören.

Nach Polizeiangaben sind die Streifenbeamten inzwischen vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Stralsunds Kriminaldirektor Thomas Laum leitete ein Disziplinarverfahren gegen sie ein. In der Sache haben sich beide nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang nicht geäußert.

Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der alkoholisierte Mann am 6. Dezember 2002 in einem Stralsunder Einkaufsmarkt gestört haben. Daraufhin soll er von den herbeigerufenen Beamten in Gewahrsam genommen und zum Stadtrand gebracht worden sein. Einen Tag später war sein Leichnam an einer Verbindungsstraße zwischen der B 105 und der Ortslage Freienwalde aufgefunden worden.

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