Pflichtpfand
Polnische Händler machen gute Geschäfte mit Einwegflaschen
Auch die Inhaber anderer zu Fuß von der Grenze erreichbarer Geschäfte sprechen von Umsatzzuwächsen bei Getränken in Einwegverpackungen. Mancher Tabakladen hat sie sogar neu ins Sortiment genommen.
Im größten Supermarkt von Slubice kauften die Kunden vorwiegend Billigbrause, sagt der Markleiter. In 1,5 Liter-Flaschen abgefüllte Orangen- und Zitronen-Limonade von "Goody´s" koste 99 Groszy, das sind rund 25 Cent. Zwei-Liter-Flaschen Coca Cola, Pepsi und Fanta sind für 3,99 Zloty (rund 1 Euro) bis 4,29 Zloty zu haben.
Auch dem Zoll sei der Flaschen-Tourismus schon aufgefallen: "Seit Jahresbeginn werden mehr Einwegbehältnisse als bisher nach Deutschland eingeführt", sagt Axel Werner von der für ganz Brandenburg zuständigen Oberfinanzdirektion Cottbus. Es sei erstaunlich, wie schnell sich die Händler in Polen auf die neue
Nachfrage eingestellt haben. Grundsätzlich sei die private Einfuhr nicht untersagt, generell dürfe aber nur Reisebedarf mitgeführt werden. Ein Kasten Cola sei da kein Problem. Erst bei einem vollgepackten Kofferraum, werde das als gewerbliche Einfuhr gewertet, warnt Werner. Dann müssten die Waren angemeldet werden, zudem würden mindestens 16 Prozent Umsatzsteuer fällig. Damit lohne sich das Ganze dann kaum noch.
Die Verbraucherzentrale Frankfurt (Oder) sieht keine Probleme beim Getränkekauf in Polen. Sie empfiehlt, im Zweifelsfall Marken-Getränke zu kaufen. Die hätten die gleiche Qualität wie in Deutschland.
Entsorgt werden müssten die Plastikflaschen im Restmüll, sagt ein Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums. Da polnische Hersteller logischerweise keine Lizenzgebühren an das Duale System Deutschland zahlten, gehören die Flaschen nicht in die Gelbe Tonne. Das wäre Betrug. Die Abfallbehörden der Landkreise und Grenzstädte wollten in dieser Hinsicht das Verhalten der Verbraucher kontrollieren.
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Am 08. Jan. 2003 unter:
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