Seuchen
Ebola-Epidemie bedroht Menschenaffen
Die ersten Todesfälle der aktuellen Epidemie unter Schimpansen und Gorillas seien Ende letzten Jahres beobachtet worden, so die Tierschützer. Vor allem im Umfeld des Odzala Nationalparks (Republik Kongo) hätten sie einen massiven Rückgang der Menschenaffen dokumentiert. In jüngster Zeit eien mindestens acht Gorilla-Familien mit insgesamt 139 Tieren verschwunden. In sechs aufgefundenen toten Tieren hätten Wissenschaftler Ebola-Viren nachweisen können.
Bei Ebola handelt es sich um ein RNA-Virus aus Afrika, das hämorrhagisches Fieber und Gerinnungsstörungen mit meist tödlichem Ausgang verursacht. Bislang gibt es weder Schutzimpfungen noch effektive Behandlungsmöglichkeiten.
Das Gebiet um den Odzala Nationalpark im Nordwesten der Republik Kongo beherberge zur Zeit die größte Population an Flachland-Gorillas, teilt die Organisation mit. Die Tiere fänden in der geographisch isolierten, weitgehend intakten und unter Schutz gestellten Region ein wichtiges Rückzugsgebiet. Im Rahmen eines EU-geförderten Forschungsprogramms wiesen Wissenschaftler nun die dramatischen Rückgänge bei Gorillas und Schimpansen in dieser Region nach. Mangels Impf- und Behandlungsmöglichkeiten könne wenig gegen eine weitere Ausbreitung der Epidemie getan werden.
Seit Mitte der 70er Jahre flackerten immer wieder lokale Ebola-Epidemien unter Menschen und Primaten in Zentralafrika auf, so Pro Wildlife. "Ein möglicher Übertragungsweg ist der Verzehr von Affenfleisch. In den letzten Jahren hat die Wilderei auf Primaten, insbesondere Menschenaffen, in Zentralafrika dramatisch zugenommen. Gerade Gorillafleisch ist begehrt, da man dem Fleisch der Tiere eine stärkende Wirkung zuspricht", meint Dr. Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife.
"Wenn die Menschen in Zentralafrika auf Affenfleisch verzichten würden, mindern sie zum einen das Risiko der Übertragung von Krankheiten wie Ebola. Zudem haben die Menschenaffen nur dann langfristig eine Überlebenschance" so die Expertin abschließend.
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Am 13. Feb. 2003 unter:
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