Bahn und Flut

Bilanz nach der Flut: Drei Bahn-Strecken noch bis zum Herbst 2003 gesperrt

"Bis Ende 2003 werden wir auf allen wichtigen Strecken wieder fahren", verspricht Hans-Jürgen Lücking, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Sachsen. Zwischen Leipzig und Dresden rollt der Verkehr wieder seit dem 31. Oktober - bei Riesa über Interimsbrücken. Die Relation Dresden - Prag konnte am 18. September wieder befahren werden. Bis zum Herbst müssen noch drei Strecken gesperrt bleiben, Teilstücke gehen allerdings schon früher wieder in Betrieb auf den Schienenwegen zwischen Dresden und Chemnitz, zwischen Heidenau und Altenberg sowie zwischen Meißen und Leipzig.

Durch die Überschwemmungen im Sommer 2002 war Dresden abgeschnitten, der Hauptbahnhof geflutet. Die Bahnverbindungen von und nach Leipzig, Chemnitz und Prag waren unterbrochen. Entlang von Weißeritz, Müglitz und Mulde klafften im Schienennetz große Lücken. Die Züge von München nach Berlin, die normalerweise über Leipzig fahren, mussten immer größer werdende Umwege nehmen. Das Bahnnetz in Mitteldeutschland war stark in Mitleidenschaft gezogen von der Flutkatastrophe, die heute vor einem halben Jahr begann. Zeitweilig 15 Strecken waren gesperrt. Die Wassermassen hinterließen bei der Bahn Schäden und Folgewirkungen in Höhe von insgesamt 1,055 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat 650 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Infrastruktur zugesagt.

Auf der wichtigsten Verbindung in Sachsen - zwischen Leipzig und Dresden - fuhren vor den Zerstörungen täglich über 220 Züge. Das Hochwasser der Elbe hatte östlich von Riesa zwei Brücken zum Einsturz gebracht und einen Damm schwer beschädigt. Im März beginnen die Bauarbeiten für das zweite Gleis und die neuen Stahlbetonbrücken. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst vorgesehen.

Am 18. November war der Baubeginn für den Abschnitt zwischen Dresden und Tharandt der Sachsenmagistrale. Gleichzeitig mit der Beseitigung der Schäden sollen die bislang nicht ausgebauten Abschnitte auf moderne Standards gebracht werden, so dass ab Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres Neigetechnik-Züge mit bis zu 160 km/h auf dieser Strecke fahren können. Bereits ab dem Spätsommer soll das Teilstück zwischen Klingenberg-Colmnitz und Tharandt wieder in Betrieb gehen. Die Bahnsteige der Bahnhöfe und Haltepunkte an der Strecke werden ebenfalls neu gebaut und modern ausgestattet.

Die Verbindung zwischen Meißen und Leipzig wird im Frühherbst wieder durchgängig befahrbar sein; auf dem Streckenabschnitt zwischen Nossen und Roßwein können ab dem 24. Februar wieder die RegioSprinter fahren. Die Müglitztalbahn soll ebenfalls etappenweise wieder in Betrieb gehen. Zwischen Heidenau und Glashütte sollen die roten Triebwagen der DB Regio ab Mai rollen, weiter bis Altenberg soll es dann mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember gehen.

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