Tierschutz
Eröffnung eines der größten Delfinarien Europas von WDCS scharf kritisiert
Die Einfuhr der Waltiere nach Spanien sei laut WDCS auch aus rechtlicher Sicht bedenklich. Die Artenschutzbestimmungen der Europäischen Union (EU) verbieten den Import lebender Wale und Delfine für "hauptsächlich kommerzielle Zwecke". Ausnahmen stellen nur nichtkommerzielle Zwecke wie wissenschaftliche Forschung, Bildung und Nachzucht dar. Die WDCS, weist aber darauf hin, dass die Nachzucht dieser Tiere in Gefangenschaft äußerst dürftig und die Qualität der betriebenen Forschung sehr begrenzt ist, da kaum brauchbare Ergebnisse für den Schutz frei lebender Wale und Delfine erzielt werden.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten wurden zum Beispiel keine Belugas mehr in die EU importiert, erst der Park in Valencia bricht dieses Tabu und bestätigt den Trend, dass der internationale Handel mit wild gefangenen Weißwalen ansteigt. Seit Ende der 1990er Jahre wurden Dutzende Weißwale in russischen Gewässern gefangen, aber auch direkt getötet. 1999 exportierte Russland 13 Tonnen Weißwalfleisch nach Japan. Diese Aktivitäten stehen im Gegensatz zu den Erkenntnissen des Wissenschaftsausschusses der Internationalen Walfangkommission, der nur vier der weltweit 29 Beluga-Populationen als "stabil" einstuft.
"Das Artenschutzargument der Delfinarien ist ein Hohn!", sagt Nicolas Entrup von der WDCS und fügt hinzu: "Der Fang lebender Wale und Delfine zerstört die Sozialstrukturen frei lebender Populationen und stellt eine zusätzliche Bedrohung für das Überleben der Walgruppen dar". Der WDCS liegen Informationen vor, dass der spanische Vergnügungspark auch den Import von Orcas plant. 2002 blieben Fangaktivitäten in russischen Gewässern noch erfolglos. Die WDCS fordert die effiziente Umsetzung des Importverbotes für Wale und Delfine in der EU.
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