Ökolandbau

Bauernverband fordert Überarbeitung des Öko-Siegels

Bio-Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft stehen derzeit unter enormem Preisdruck. Eine Ursache seien die Kriterien des Bio-Siegels, das auch kostengünstigere Importe aus Ländern mit niedrigen Anforderungen und Standards kennzeichnet, so dass der Verbraucher sie im Angebot gleichrangig mit den deutschen Produkten bewertet, die unter höheren Standards aufwändiger erzeugt wurden. Das fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner. Um das Problem zu lösen, solle das Bio-Siegel um die Angabe der nationalen Herkunft des jeweiligen Erzeugnisses ergänzt werden.

Mit dieser Weiterentwicklung erhalte der Verbraucher die Möglichkeit, sich bewusst für heimische Produkte zu entscheiden, was dem Verbraucherwunsch nach Produkten aus der Region in einem immer stärker globalisierten Lebensmittelmarkt Rechnung trage.

Das Bio-Siegel sei zwar im Markt angekommen, auch erfolgte eine Umsatzverbesserung von Bioprodukten um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch hätten die heimischen Bio-Bauern wegen der unterschiedlichen Anforderungen hiervon nur bedingt profitiert, stellte Sonnleitner fest. Zunehmend würden heimische Bio-Bauern darüber klagen, dass sie Teile ihrer Produktion wegen Absatzproblemen nur zu konventionellen Preisen verkaufen könnten, womit die Erzeugungskosten nicht gedeckt werden. Die allgemeine Preissituation in der Landwirtschaft verstärke diesen Negativeffekt. Sonnleitner befürchtet deshalb, dass sich die bisherigen vereinzelten Rückzüge aus dem ökologischen Landbau mittelfristig zu einem größeren Trend entwickeln könnten. Er appellierte deshalb an Ministerin Künast, alle Möglichkeiten des Bio-Absatzes auszuschöpfen, auch durch Verwendung von Bio-Produkten in staatlichen Einrichtungen.

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