Bevölkerungsprojektion
Weltbevölkerung wächst weiter
Erstmals gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau weltweit bis zum Jahr 2050 knapp unter das so genannte Ersatzniveau von 2,1 Kindern pro Frau sinken könne. Daraus ergebe sich eine Korrektur der vorausgeschätzten Bevölkerungszahl für das Jahr 2050 von 8,9 statt 9,3 Milliarden Menschen im Vergleich zu den letzten UN-Projektionen von 2000. "Die Voraussetzung für eine Fortsetzung des Geburtenrückgangs ist jedoch, dass sich auch in den ärmsten Ländern der Zugang zu Familienplanung entscheidend verbessert",
so DSW-Geschäftsführer Dr. Hans Fleisch. "Sonst wird sich diese optimistische Prognose der Vereinten Nationen nicht halten lassen."
Die regionalen Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung würden sich weiter vertiefen. Während in den Industrieländern inzwischen ein Niveau von durchschnittlich 1,58 Kindern pro Frau erreicht sei, bekämen Frauen in den 49 ärmsten Entwicklungsländern im Durchschnitt 5,46 Kinder. In diesen Ländern sei das Wachstum weiterhin sehr hoch. Dort werde sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 sogar mehr als verdoppeln - von 668 Millionen auf 1,7 Milliarden Menschen - obwohl die UN davon ausgehen, dass sich auch dort die Kinderzahlen bis 2050 halbieren könnten. Die Bevölkerungen der Länder wie Burkina Faso, Mali, Niger, Somalia, Uganda und Jemen mit Wachstumsraten von über 2,5 Prozent würden sich in den nächsten 50 Jahren sogar vervierfachen.
In Schwellenländern wie Vietnam oder Brasilien seien die Kinderzahlen inzwischen auf 2,5 bzw. 2,34 Kinder pro Frau gesunken und werden bis 2050 auf 1,85 weiter abnehmen, schätzen die UN-Experten. "Länder wie Vietnam oder Brasilien zeigen, dass man durch massive Investitionen in
Gesundheit und Familienplanung nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung verbessern, sondern auch das Bevölkerungswachstum erheblich verlangsamen kann", so Fleisch.
Die Aids-Epidemie werde sich in den mittlerweile 53 am meisten betroffenen Ländern voraussichtlich stärker auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken, als bislang angenommen. Nach
UN-Angaben erhöhe sich dort die Zahl der Aids-Toten bis 2050 von 46 Millionen auf 278 Millionen. Trotz des verheerenden Einflusses von Aids werde die Bevölkerung dieser Länder aufgrund der hohen Geburtenraten weiter wachsen. Allerdings werde die Bevölkerung in den sieben am stärksten betroffenen Ländern im südlichen Afrika mit einer Infektionsrate von über 20 Prozent nur geringfügig zunehmen - von heute 74 Millionen auf 78 Millionen Menschen 2050. Ein Rückgang der Bevölkerung sei nur für Botswana, Lesotho, Südafrika und Swasiland anzunehmen.
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Am 27. Feb. 2003 unter:
politikStichworte:
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